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MDA Space: Der unterschätzte Gewinner des neuen Raumfahrtbooms!

Artikel Andreas Haslinger 41 Leser

MDA Space profitiert gleich von mehreren Megatrends: dem Boom neuer Satellitenkonstellationen, steigenden Verteidigungsausgaben im All und der wachsenden Nachfrage nach moderner Raumfahrtinfrastruktur. Trotz einer Kursrallye von mehr als 70 % innerhalb eines Jahres sehen Analysten weiteres Potenzial für die Aktie.

Liebe Tenbagger-Investoren 

Das kanadische Unternehmen MDA Space Ltd. (MDA / CA55293N1096) ist ein vertrauenswürdiger Missionspartner der globalen Verteidigungs- und Raumfahrtindustrie. Als Pionier in den Bereichen Robotik, Satellitensysteme und Geointelligence blickt MDA Space auf mehr als 55 Jahre voller technologischer Weltpremieren und über 450 Missionen zurück. 

Das Unternehmen zählt heute weltweit zu den führenden Anbietern in den Bereichen Kommunikationssatelliten, Erd- und Weltraumbeobachtung sowie Weltraumforschung und -infrastruktur. Das globale Team von mehr als 4.000 Raumfahrtexperten verfügt über das Wissen und die Erfahrung, um selbst mutige Kundenvisionen in realisierbare Missionen umzusetzen. Dabei vereint MDA Space eine einzigartige Kombination aus Erfahrung, technischer Exzellenz und neugierigen Entdeckergeist.

Der Konzern wurde erst im Jahr 2020 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Brampton, Kanada. Im April 2021 erfolgte der Börsengang an der Toronto Stock Exchange zu einem Eröffnungskurs von 14,14 CAD je Aktie. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,79 Mrd. USD handelt es sich bei MDA Space um ein überschaubares Midcap-Unternehmen. Nach Börsenwert gehören sie zu den 50 bedeutendsten Firmen der Luft- und Raumfahrttechnik.

Das Geschäftsmodell

MDA Space liefert Rekordjahr 2025: Umsatz springt um über 50 %

MDA Space hat für das Geschäftsjahr 2025 erneut Rekordzahlen vorgelegt und damit seinen starken Wachstumskurs in der globalen Raumfahrtindustrie fortgesetzt. Der Jahresumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 51 % auf 1,63 Mrd. CAD. Besonders stark entwickelte sich dabei das Geschäft mit Satellitensystemen, das maßgeblich zum Wachstum beitrug. Auch im 4. Quartal 2025 erzielte das Unternehmen mit 499 Mio. CAD einen neuen Umsatz-Höchstwert (Markterwartung: 471 Mio. CAD), was einem Plus von 44 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Das operative Ergebnis entwickelte sich ebenfalls deutlich positiv. Das bereinigte EBITDA legte im Gesamtjahr um 49 % auf 324 Mio. CAD zu, während der bereinigte Nettogewinn sogar um 71 % auf 190 Mio. CAD anstieg. Im Schlussquartal 2025 erreichte das bereinigte EBITDA 96 Mio. CAD und der bereinigte Nettogewinn lag bei 59 Mio. CAD. Der Auftragsbestand belief sich Ende 2025 auf 4 Mrd. CAD und bietet dem Unternehmen nach eigener Aussage hohe Planungssicherheit für 2026 und darüber hinaus. Zusätzlich wuchs die langfristige Projektpipeline auf etwa 40 Mrd. CAD an. Davon entfallen 10 Mrd. CAD auf bereits konkretisierte Regierungsaufträge oder Folgeprojekte bestehender Kunden.

Auch die Finanzlage bleibt robust. Der operative Cashflow erreichte 407 Mio. CAD, während der freie Cashflow bei 165 Mio. CAD lag. Gleichzeitig konnte MDA Space seine Verschuldung niedrig halten: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA lag zum Jahresende lediglich bei 0,4.

Zusätzlich übernahm MDA Space den Satellitenchip-Spezialisten SatixFy Communications Ltd., um seine Position im Bereich moderner Satellitenkommunikation weiter auszubauen. Auch im Verteidigungs- und Regierungsbereich konnte das Unternehmen seine Position stärken. Gemeinsam mit der kanadischen Regierung und Telesat arbeitet MDA Space an militärischen Satellitenkommunikationssystemen für das Enhanced Satellite Communication Project - Polar (ESCP-P). 

Zudem erhielt MDA neue Aufträge im Zusammenhang mit der nächsten Generation der RADARSAT-Satelliten sowie für Studien zu einem geplanten kanadischen Mondfahrzeug. 

Für 2026 erwarten die Kanadier weiteres Wachstum. Prognostiziert werden Umsätze zwischen 1,7 und 1,9 Mrd. CAD sowie ein bereinigtes EBITDA von 320 bis 370 Mio. CAD. Höhere Investitionen in Produktionskapazitäten und Chipentwicklung sollen dabei die Grundlage für zukünftige Expansion schaffen.

Rekordjahr

US-Börsengang siebenfach überzeichnet

MDA Space treibt seine internationale Wachstumsstrategie voran. Das kanadische Raumfahrtunternehmen hat durch seinen Börsengang Mitte März 2026 in den USA 300 Mio. USD eingesammelt. Mit dem Kapital sollen unter anderem Schulden reduziert und mögliche Übernahmen finanziert werden.

Insgesamt wurden knapp 9,84 Mio. Stammaktien zu einem Preis von 30,50 USD je Aktie ausgegeben. Die Emission markiert zugleich das Debüt von MDA Space an der New Yorker Börse. CEO Mike Greenley erklärte, dass das Unternehmen gezielt nach Akquisitionsmöglichkeiten sucht, um seine Präsenz außerhalb Kanadas auszubauen. Besonders im Fokus stehen potenzielle Übernahmen in den USA und Europa sowie Technologiefirmen, deren Lösungen in die bestehende Lieferkette integriert werden können.

Durch die zusätzliche US-Notierung gewinnt MDA Space mehr Flexibilität bei künftigen Transaktionen. Das Unternehmen könnte Übernahmen künftig sowohl mit Bargeld als auch mit Aktien finanzieren. Greenley betonte, dass man bei passenden Gelegenheiten schnell handeln wolle und die neue Börsennotierung die strategische Position des Unternehmens deutlich stärke.

Der Börsengang soll MDA außerdem einen besseren Zugang zum US-Kapitalmarkt verschaffen. Gleichzeitig erhofft sich das Unternehmen eine stärkere Wahrnehmung durch amerikanische Banken und institutionelle Investoren. Medienberichten zufolge war die Nachfrage nach den Aktien enorm: Das Angebot soll mehr als siebenfach überzeichnet gewesen sein.

Langfristig könnte MDA Space zudem Niederlassungen in den USA oder Europa ausbauen, um sich dort leichter als staatlicher Auftragnehmer zu qualifizieren. Bereits heute betreibt das Unternehmen Teile seines Robotikgeschäfts im Raum Houston, Texas.

MDA MIDNIGHT soll Bedrohungen im Orbit erkennen und neutralisieren

MDA Space hat auf dem Space Symposion im April 2026 seine neue Weltraum-Kontrollplattform “MDA MIDNIGHT” vorgestellt. Die Lösung richtet sich an Verteidigungsorganisationen und soll kritische Infrastruktur im Orbit schützen sowie auf wachsende Bedrohungen im Weltraum reagieren.

Bei MDA MIDNIGHT handelt es sich um ein manövrierfähiges Raumfahrzeug, das mit Technologien für Rendezvous- und Nahbereichsoperationen (RPO) ausgestattet ist. Die Plattform kann potenzielle Gefahren für Satelliten erkennen, identifizieren und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einleiten. Darüber hinaus eignet sich das System für Überwachungsmissionen, die Verlagerung von Satelliten im Orbit oder sogar das Betanken von Raumfahrzeugen.

Ein Schwerpunkt der ersten Mission liegt auf dem Einsatz im niedrigen Erdorbit (LEO). Dort soll MDA MIDNIGHT mit mehreren kooperierenden Satelliten interagieren und unterschiedliche Schutz- und Verteidigungsfunktionen übernehmen. Dazu gehören die Inspektion von Satelliten im Orbit, die Erkennung elektronischer Störmaßnahmen, kontrollierte Annäherungs- und Fangmanöver sowie das gezielte De-Orbiting nicht mehr funktionsfähiger Satelliten.

CEO Mike Greenley erklärte, dass die zunehmenden Bedrohungen im Weltraum einen besseren Schutz der globalen Satelliteninfrastruktur erforderlich machen. MDA MIDNIGHT vereine jahrzehntelange Erfahrung des Unternehmens in Robotik, Satellitenbetrieb und Missionsplanung mit moderner digitaler Technologie und industrieller Fertigungskapazität.

Laut einem Bericht der Secure World Foundation wächst weltweit das Interesse an sogenannten “Bodyguard-Satelliten”, die andere Raumfahrzeuge schützen und potenzielle Bedrohungen abwehren sollen. Auch die kanadische Regierung hat den Weltraum inzwischen als strategisch wichtige nationale Fähigkeit eingestuft.

Die operative Steuerung von MDA MIDNIGHT soll durch erfahrene Flugkontrollteams erfolgen, die bereits mehr als 100 komplexe Fangmanöver im Orbit durchgeführt haben. Für ausgewählte Kunden kann die Plattform zudem direkt über das Missionskontrollzentrum von MDA Space betrieben werden. Technologisch basiert MDA MIDNIGHT unter anderem auf den firmeneigenen Plattformen MDA SKYMAKER für Robotiksysteme und MDA AURORA für Satellitenbus-Technologien. Laut Holly Johnson, Vizepräsidentin für Robotik und Weltraumoperationen, sucht das Unternehmen bereits aktiv nach militärischen Partnern für künftige Missionen sowie nach kommerziellen Partnern zur Erweiterung der Fähigkeiten der Plattform.

Raumfahrtboom treibt MDA Space: Alle 12 Analysten geben starke Kaufempfehlung ab

Das aktuelle KGV der MDA-Aktie von 57 wirkt auf den ersten Blick ambitioniert. Allerdings relativiert sich die Bewertung durch die erwartete Gewinnentwicklung deutlich. Analysten rechnen zudem damit, dass der Gewinn je Aktie bis 2029 im Durchschnitt jährlich um 10,5 % wachsen wird. Im Gegensatz zu SpaceX handelt es sich bei MDA Space auch um kein “KUV-Monster”. Das KUV für das Jahr 2026 liegt bei 3,6. Bemerkenswert ist die Einschätzung der Analysten: Alle 12 beobachtenden Analysten sprechen eine starke Kaufempfehlung für die Aktie aus - ein seltenes Bild selbst bei stark wachsenden Technologieunternehmen. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 54 CAD

Die starke operative Entwicklung spiegelt sich auch im Kursverlauf wider. Seit Jahresbeginn hat die MDA-Aktie gut 50 % an Wert gewonnen. Ein zentraler Punkt bleibt allerdings die geographische Konzentration des Geschäfts. Mehr als 90 % der Umsätze erzielt MDA Space in den USA und Kanada. Das verschafft dem Unternehmen zwar einen direkten Zugang zu den größten staatlichen Raumfahrt- und Verteidigungsausgaben Nordamerikas, erhöht gleichzeitig aber die Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Regierungsbudgets.

Bullcase

Im Bullcase-Szenario könnte MDA Space in den kommenden Jahren vor allem dann stark wachsen, wenn sich der aktuelle Investitionszyklus im Bereich LEO-Satellitenkonstellationen weiter beschleunigt. Das Unternehmen sitzt an mehreren Schlüsselstellen der Wertschöpfungskette gleichzeitig: Satellitenplattformen, Antennensysteme, Robotik, Geointelligence und militärische Space-Defense-Lösungen. Dadurch profitiert MDA nicht nur vom Bau einzelner Satelliten, sondern zunehmend von kompletten Systemarchitekturen.

Besonders relevant ist die starke Position im nordamerikanischen Regierungs- und Verteidigungsmarkt. Sollte die geopolitische Konkurrenz im All weiter zunehmen, könnten Programme für Space Defense, Weltraumüberwachung und militärische Kommunikationssatelliten massiv ausgeweitet werden. Projekte wie MDA MIDNIGHT oder Partnerschaften mit Regierungen und Verteidigungsorganisationen würden dann zu einem neuen, margenstärkeren Wachstumstreiber werden.

Hinzu kommt die industrielle Skalierung. MDA baut seine Produktionskapazitäten in Montréal (Kanada) gezielt für Serienfertigung aus. Wenn große Konstellationen wie OneWebb, Globalstar oder künftige staatliche LEO-Netzwerke erweitert oder ersetzt werden müssen, könnte MDA von wiederkehrenden Milliardenaufträgen profitieren. Der entscheidende Punkt: Satellitenkonstellation erzeugen nicht nur Erstaufträge, sondern langfristige Ersatz- und Erweiterungszyklen. Gleichzeitig könnte das US-Listing an der NYSE dafür sorgen, dass größere institutionelle Investoren und US-Raumfahrtfonds die Aktie stärker entdecken.

Bearcase

Im Bearcase-Szenario liegt das größte Risiko in der hohen Erwartungshaltung. Die Aktie wird bereits als Wachstumsunternehmen mit strategischer Bedeutung für die neue Space Economy bewertet. Wenn Umsatzwachstum, Margen oder Auftragseingänge auch nur leicht enttäuschen, könnte die hohe Bewertung schnell unter Druck geraten.

Ein zentraler Schwachpunkt bleibt die starke geographische Konzentration: Mehr als 90 % der Umsätze stammen aus den USA und Kanada. Damit hängt MDA Space stark von nordamerikanischen Regierungsbudgets, Verteidigungsprogrammen und wenigen Großkunden ab. Verzögerungen bei staatlichen Projekten, politische Prioritätswechsel oder Budgetkürzungen können direkte Auswirkungen auf Umsatz und Cashflow haben.

Auch die Abhängigkeit vom LEO-Satellitenboom birgt Risiken. Viele Wachstumsannahmen setzen voraus, dass große Konstellationen weiter ausgebaut werden. Falls sich der Markt konsolidiert oder Betreiber ihre Investitionen zurückfahren, könnten Produktionskapazitäten unausgelastet bleiben. Besonders problematisch wäre das, weil MDA derzeit massiv in Fertigung und Infrastruktur investiert.

Ein weiteres Risiko ist der zunehmende Wettbewerb. Firmen wie Lockheed Martin, Northrop Grumman oder spezialisierte New-Space-Anbieter investieren ebenfalls aggressiv in Satellitensysteme und Space-Defense-Technologien.

Abschließende Überlegung 

Anders als viele hoch spekulative Space-Unternehmen basiert die Investmentstory von MDA Space nicht auf Visionen oder Zukunftsprojekten ohne Umsatzbasis. Während SpaceX auf astronomischen Multiples sitzt, wachsen die Kanadier bereits sichtbar in ihre Bewertung hinein. Die Aktie verbindet Wachstum mit Qualität in einem Anlagebereich, in den aktuell sehr viel Geld fließt. Entscheidend wird sein, ob MDA seine starke Position bei Satellitenkonstellationen weiter ausbauen kann. Gelingt das, könnte das Unternehmen zu einem der wenigen börsennotierten “Pure Plays” werden, die direkt vom langfristigen Wachstum der globalen Space Economy profitieren. Die Aktie notiert nur knapp 10 % unter dem Allzeithoch bei 37,50 USD und hat über die letzten Wochen eine schöne Base ausgebildet. Hier könnte man nun auf die Trendfolge setzen. 

Wachstumsstory in 3 Punkten Aktie nahe Allzeithoch Unternehmensbeschreibung

Hinweis: Der Artikel wurde von Dominik Teichgräber und Andreas Haslinger verfasst.

Eigenpositionen: Ausführender Redakteur: Dominik Teichgräber: Keine

Eigenpositionen: Verantwortlicher Redakteur: Andreas Haslinger: Northrop Grumman


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