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Megatrend Urbanisierung: Die Hintergründe und welche Aktien davon profitieren

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Die Stadt als Lebensraum gewinnt weltweit immer mehr an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten, schreibt Carsten Menke in einer aktuellen Studie. Dieser Anteil wird laut dem Leiter des Next Generation Research bei der Schweizer Privatbank Julius Bär in der Zukunft noch wachsen und bis Mitte des Jahrhunderts die Marke von 70 % erreichen.

Gleichzeitig werde die Zahl der Megastädte mit über 10 Mio. Einwohnern von 33 auf 50 steigen. Städte hätten somit ein enormes Potenzial. Sie generierten mehr als vier Fünftel der weltweiten Wirtschaftsleistung und seien damit die Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft. Ob dieses Potenzial genutzt werden könne oder brach liege, hänge weitgehend von der Qualität der Planung und Verwaltung dieser Städte ab.

Städte müssen laut Menke im Interesse ihres wirtschaftlichen Erfolgs ordnungsgemäß funktionieren. Ihre Infrastruktur müsse ihren Zweck erfüllen, zuverlässig sein und sich in hinlänglich gutem Zustand befinden. Vor allem aber müsse sie den individuellen Bedürfnissen einer Stadt gerecht werden. Neben Menschen müssten auch Waren und Dienstleistungen effektiv bewegt werden, gleichzeitig müssten grundlegende Dienstleistungen wie Strom, Wasser und sanitäre Einrichtungen verfügbar sein. Infrastruktur sei das Rückgrat einer lokalen Wirtschaft, da sie das Stadtzentrum nicht nur mit dem übrigen Stadtgebiet und den Vororten, sondern mit dem ganzen Land verbindet.

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Weltweit wollen die Städte intelligenter werden, so Menke. Man habe den Eindruck, dass sich der Begriff «Smart Cities» (intelligente Städte) zu einem Schlagwort entwickelt hat, insbesondere in Anbetracht des Wettbewerbs unter den Städten. Das ultimative Ziel einer intelligenten Stadt bestehte nicht nur in mehr Effizienz, sondern auch in mehr Nachhaltigkeit. Städte, die intelligent werden wollen, vertrauten in der Regel auf Technologie – in erster Linie im Zusammenhang mit Information und Kommunikation –, um ihre Abläufe effizienter zu gestalten und neben ihren Dienstleistungen und ihrer Wettbewerbsfähigkeit auch die Lebensqualität zu verbessern. Städte, die zudem Nachhaltigkeit anstreben, achteten darauf, dass die ergriffenen Maßnahmen aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht nicht nur den jetzigen Einwohnern, sondern auch künftigen Generationen dienten.

Lebenswerte Städte stehen im Fokus

In der ultimativen intelligenten Stadt ist alles vernetzt, so Julius Bär: Ampeln, Straßenbeleuchtung und Gebäude sowie Straßen und die selbstfahrenden Autos, die diese nutzen. Intelligente Städte seien in hohem Masse von Daten abhängig. Diese würden von einer Armada von Sensoren und Kameras erfasst, die überall in der Stadt platziert sind und Informationen beispielsweise über Verkehr, Temperatur, Luftqualität und -feuchtigkeit sammeln. Ein Netzwerk, das die gesamte Stadt umspanne, überträgt diese Daten dann an Computer, die daraus Signale extrahieren, anhand derer sich die Bedingungen in der Stadt verbessern lassen. Damit aus den Daten Alarme, Erkenntnisse und Maßnahmen werden können, seien spezielle integrierte Anwendungen nötig. Das Ziel einer intelligenten Stadt bestehe letzten Endes darin zu wissen, was passiert, bevor es passiert.

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Damit Städte zukunftsfähig werden, bedarf es aus Sicht von Julius Bär in den kommenden Jahren umfangreicher Infrastrukturinvestitionen. Dabei gehe es neben der klassischen Infrastruktur, wie Straßen und Eisenbahnen, und der digitalen Infrastruktur auch um Gebäudetechnologie. Unsere Städte würden intelligenter, effizienter und damit auch nachhaltiger werden. Letztendlich sollten sie dadurch auch lebenswerter werden, so die Hoffnung.

Auf Einzelwerte-Ebene zählt die Schweizer Privatbank beim Megatrend «Städte der Zukunft» folgende Titel zu ihren Top-Aktienempfehlungen:

Assa Abloy (ISIN: SE0007100581, Kurs/Kursziel: 232,90/248,00 SEK)
Broadcom Inc. (US11135F1012, Kurs/Ziel: 296,95/320,00 USD)
Ingersoll-Rand (IE00B6330302, Kurs/Ziel: 128,87/140,00 USD)
Legrand (FR0010307819, Kurs/Ziel: 71,00/69,00 EUR)
Nokia (FI0009000681, Kurs/Ziel: 3,28/4,40 EUR)
Schindler (CH0024638196, Kurs/Ziel: 241,10/259,00 CHF)
Vinci (FR0000125486, Kurs/Ziel: 101,75/110,00 EUR).

Nachfolgend finden sich außerdem noch Übersichtslisten zu Unternehmen aus diversen Branchen, die allgemein geschäftlich mit dem Megatrend Urbanisierung zu tun haben.

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Quellen: Bloomberg Finance L.P., Julius Baer

 



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