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Mit der Core-Satellite-Strategie langfristig Vermögen aufbauen

Influencer-Lifestyle Frederik Jung 1.004 Leser

Liebe Leser,

Social Media entwickelt sich immer mehr zu einem neuen Informationsmedium für Börsennachrichten. Gerade im letzten Jahr sind neue Finanz-Podcasts und Influencer wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wir vom aktienmagazin suchen immer wieder spannende Persönlichkeiten aus dieser Szene. Unsere heutigen Gäste sind Sebastian und René, beide 23 Jahre alt. Sie wollen mit ihrer Instagram-Seite "Aktien.kauf" und dem gleichnamigen Podcast so viele Menschen wie möglich erreichen, um ihnen die Wichtigkeit der langfristigen Geldanlage näher zubringen.

Hallo zusammen, wer seid Ihr und was macht Ihr?


Hallo, unsere Namen sind René und Sebi, wir sind beide 23 Jahre alt und betreiben den Instagram-Kanal „Aktien.kauf“, sowie einen gleichnamigen Podcast. Über unsere Kanäle wollen wir so viele Menschen wie möglich erreichen, um ihnen die Wichtigkeit der langfristigen Geldanlage nahezubringen.

Was hat euch dazu gebracht, mit eurem Podcast anzufangen?


Ist man stark aktieninteressiert und liest daher viel darüber, hört sich Podcasts an, schaut YouTube-Videos etc., so gerät man schnell in eine Art „Aktien-Bubble“.

Man bekommt das Gefühl, dass die Thematik allgegenwertig ist und sich nahezu jeder mit dem Investieren beschäftigt. Hier verzerrt der Blickwinkel aber die Realität. Denn Aktien sind nach wie vor ein klares Nischenthema, mit dem sich nur die wenigsten, vor allem im jüngeren Alter, beschäftigen.

Und genau aus diesem Grund haben wir den Podcast ursprünglich gestartet. Wir wollten einfach mehr Kontakt zu anderen Aktionären und unsere Gedanken mit ihnen teilen. Dass wir dabei in so kurzer Zeit so viele Menschen erreichen, hätten wir niemals gedacht.

Was waren eure größten Fehler und Learnings aus eurer Zeit an der Börse?


Wirklich große Fehler haben wir bisher eigentlich beide nicht begangen. Der Grund hierfür ist aber weniger, dass wir überaus talentierte Anleger sind, sondern viel mehr haben wir dies der „Aktien-Community“ zu verdanken, zu der wir heute selbst gehören.

Denn während man früher vielleicht noch blind auf die Empfehlung eines Kollegen vertraut hat, findet man heute viele herausragende kostenlose Informationen auf YouTube, Spotify & Co. Diese Tatsache ermöglicht es unserer Meinung nach, jedem Anfänger große Fehler zu vermeiden. Vorausgesetzt er ist bereit, etwas Zeit zu investieren und legt eine gewisse Lernbereitschaft an den Tag.

Mit welcher Strategie investiert Ihr?


Wir investieren nach einer Core-Satellite-Strategie. Das heißt langfristig fließt der größte Teil unseres Vermögens in breit gestreute ETFs als Grundlage (Core) und darüber hinaus investieren wir gezielt in einzelne Aktien (Satellite). Dabei ist uns vollkommen bewusst, dass unsere Portfolios dadurch keine überaus große Outperformance erzielen, sondern in etwa im Marktdurschnitt liegen werden.

Viele können diesen Ansatz nicht nachvollziehen, da sie immer versuchen mit ihrer gezielten Aktienauswahl eine starke Outperformance zu erreichen.

Doch wir haben diese doch eher defensive Strategie aus zwei entscheidenden Gründen gewählt, über die wir jeden Leser herzlich einladen, auch mal nachzudenken.

  • Ist eine langfristige Outperformance als Privatanleger wirklich realistisch? Und die Betonung liegt hier auf „langfristig“. Das man als Privatanleger vielleicht mal ein, zwei oder drei Jahre den Markt outperformt, ist definitiv realistisch. Aber wie wahrscheinlich ist dies auf Sicht von 15, 20 oder 25 Jahren? Die allermeisten hochbezahlten Fondsmanager, die Zugang zu weitaus tiefergreifenden und umfangreicheren Informationen haben, schaffen dies nicht. Ist es daher wirklich realistisch, dass ich das von zuhause von meinem Sofa aus schaffe? Wir würden behaupten "nein" und das ist auch das Ergebnis etlicher Studien.

    Oft fällt es einem schwer, diese Erkenntnis auch wirklich in die Tat umzusetzen. Denn man muss dadurch einigen „heißen Tipps“ widerstehen und passiver werden. Doch dieses „passiver werden“ bringt uns auch schon zu dem für uns zweiten entscheidenden Vorteil.

 

  • Dieser zweite Punkt befasst sich nämlich mit den Opportunitätskosten. Diese entstehen bei jeder Entscheidung. Kann man beispielweise zwischen zwei Varianten wählen und entscheidet sich für erstere, so bekommt man zum einen den Nutzen von Variante 1, zum anderen verzichtet man aber auf den Nutzen von Variante 2 (= Opportunitätskosten von Variante 2).

    Übertragen auf unsere Strategie bedeutet dies folgendes: Selbst, wenn du es schaffen solltest mit deiner gezielten Aktienauswahl eine Überrendite zu erzielen (was wir ja in Punkt 1 bereits in Frage stellen), wie viel Research und damit Zeitaufwand musst du dafür betreiben? Lohnt sich diese Zeit, um dann im Endeffekt vielleicht 0,5 Prozentpunkte Überrendite zu erzielen?

    Oder wäre es eventuell die schlauere Variante, wie angesprochen, passiver an den Aktienmärkten zu agieren und die gesparte Zeit in sich selbst zu investieren. Zum Beispiel, um dir eine Selbstständigkeit aufzubauen oder dich in deinem Berufsfeld fortzubilden, um somit wiederum langfristig mehr Geld zu verdienen, welches du dann wiederum investieren kannst.

Aufgrund dieser zwei Punkte haben wir uns eben für eine eher defensive und weniger Zeit intensive Core-Satellite-Strategie entschieden.

Wer ist für euch die größte Inspiration an der Börse?


Da die vorherige Antwort etwas länger ausgefallen ist, wollen und können wir diese Frage kurz und knapp beantworten: Das ist für uns ganz klar Warren Buffett. Was Buffett in seiner Laufbahn geleistet hat, ist einfach unglaublich. Von seinen Weisheiten werden mit Sicherheit noch viele Generationen enorm profitieren.

Dieses Jahr hat das Investieren enorm an Popularität gewonnen, wie erklärt ihr euch das?


Hier gibt es wahrscheinlich nicht den einen ausschlaggebenden Grund, sondern eine Reihe von Faktoren, die dazu beigetragen haben. Einer dieser Faktoren sind mit Sicherheit die sozialen Medien. Hier wird das Thema immer präsenter und erreicht dadurch viele, vor allem junge, Menschen.

Als weiteren ausschlaggebenden Faktor sehen wir die vielen neuen Neobroker am Markt. Diese nehmen viel Geld für Werbung im TV oder YouTube in die Hand, wodurch das Thema natürlich auch wiederum präsenter wird.

Ein dritter entscheidender Faktor sind die Menschen selbst. Immer mehr Menschen erkennen, dass wir in den nächsten Jahrzehnten vor enormen demographischen Herausforderungen stehen. Und jeder, der sich einmal etwas intensiver damit beschäftigt hat, versteht, dass unser Rentensystem dabei so nicht mehr funktionieren kann.

Und abschließend dürfen wir nicht vergessen, dass wir im vergangenen März einen der schnellsten und heftigsten Abstürze an den Märkten aller Zeiten hatten. Solch ein Ereignis erregt natürlich immer Aufmerksamkeit und weckt die Neugier auch bei Nicht-Aktionären.

Glaubt ihr, das ist eine nachhaltige Entwicklung?


Das ist wirklich sehr schwer einzuschätzen. Langfristig sind wir fest davon überzeugt, dass die Popularität von Aktien weiter zunehmen wird. Allein schon aufgrund unserer demographischen Situation und der damit verbundenen Probleme bei der Altersvorsorge wird aus unserer Sicht kein Weg daran vorbeiführen.

Auf kurze Sicht stimmt uns die derzeitige Situation aber teilweise etwas nachdenklich. Über unseren Instagram-Account bekommen wir täglich viele Fragen zugeschickt. Und hier zeichnet sich anhand der Fragen ab, dass durchaus ein kritischer Teil der „Neu-Aktionäre“ größten Teils auf der Jagd nach dem schnellen Geld ist. Sie wollen unsere Meinung zu GameStop hören oder was wir von der neusten Wasserstoff-Hype-Aktie halten. Das Problem dabei: Viele dieser neuen Anleger erzielen damit auf kurze Sicht unglaubliche Renditen und fühlen sich in ihrem Vorgehen bestärkt. Wie viele dieser Anleger, dann aber auch tatsächlich langfristig dabei bleiben, auch wenn es an den Märkten mal wieder ordentlich kracht, ist fraglich.

Was sind eure Ziele für die nächsten 5 Jahre?


Unsere Welt wandelt sich heutzutage so unglaublich schnell. Da macht es unserer Meinung nach einfach keinen Sinn sich 5-Jahres Ziele zu setzen. Denn egal, was wir uns als Ziel setzen würden, wir wissen nur eines mit Gewissheit: Es wird sowieso anders kommen.

Wir haben daher den Grundsatz uns keine Ziele zu setzen, die über ein Jahr hinausgehen. Meist terminieren wir unsere Ziele sogar noch viel kurzfristiger. Diese kleinen Etappenziele sind es gar nicht wert sie hier zu erwähnen. Aber diese Vorgehensweise ermöglicht es uns immer flexibel auf kommende Herausfordernden zu reagieren.

Grundsätzlich können wir aber sagen, dass wir so viele Menschen wie nur möglich dazu bewegen möchten, ihr Geld sinnvoll und langfristig anzulegen. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, die finanzielle Bildung zu verbessern und dadurch Altersarmut zu vermeiden.

Danke für das Interview!

 

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