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Zwei US-Unternehmen aus der Augenheilkunde machen mit Pivotal News Points auf sich aufmerksam!

Artikel, Aktienanalysen Marius Müllerhoff 67 Leser

Glaukos Corporation - Pionier der minimal-invasiven Augenoperationen mit neuem 52 Wochenhoch dank starker Quartalszahlen


Glaukos Corporation (GKOS) ist ein auf Augenheilkunde spezialisiertes Medizintechnik- und Pharmaunternehmen mit Sitz in Kalifornien.

Das in 2001 gegründete Unternehmen revolutionierte die Glaukombehandlung mit der Einführung der minimal-invasiven Glaukomchirurgie im Jahr 2012. Diese bietet eine schonendere Alternative zu klassischen Operationen.

Bei Glaukom handelt es sich um eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen der Sehnerv, der die visuellen Informationen vom Auge ans Gehirn überträgt, fortschreitend geschädigt wird. Der häufigste Auslöser ist ein zu hoher Augeninnendruck, der den Nerv über Zeit zerstört. Das Tückische: Glaukom verläuft meist schmerzlos und ohne frühe Symptome. Betroffene bemerken den Sehverlust oft erst, wenn bereits erheblicher Schaden entstanden ist. Deshalb wird Glaukom auch als „stiller Dieb des Sehvermögens" bezeichnet. Behandelt wird es je nach Schweregrad mit Augentropfen (die den Druck senken), Laserverfahren oder operativen Eingriffen wie den Implantaten von Glaukos. Eine vollständige Heilung gibt es nicht, aber das Fortschreiten lässt sich bei früher Diagnose gut bremsen.

Heute konzentriert sich Glaukos auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Therapien für Glaukom, Hornhauterkrankungen und Netzhautkrankheiten.  

Das Geschäftsmodell von Glaukos stützt sich auf zwei Standbeine.

  • Im Bereich Glaukom ist iDose TR das Leitprodukt: ein neuartiges, langwirksames Medikamentensystem, das dauerhaft direkt im Auge platziert wird und rund um die Uhr Wirkstoffe freisetzt. Daneben ist iStent Infinite ein winziges Implantat, das den Augeninnendruck mechanisch senkt.
  • Im Bereich Hornhautgesundheit bietet Glaukos mit Epioxa eine schnittfreie Behandlung für Keratokonus, eine seltene Erkrankung, bei der die Hornhaut sich verformt.

Der Markt erwartet, dass eine zunehmende Verlagerung hin zu interventionellen Behandlungsansätzen in der Augenheilkunde Glaukos strukturell begünstigt. Mehr als 80 Millionen Menschen weltweit leiden an Glaukom. Viele davon werden nach wie vor nur mit Augentropfen behandelt. Gelingt Glaukos der Wandel hin zu implantierbaren Dauerlösungen, könnte sich der adressierbare Markt erheblich ausweiten. Spekulativ könnte zudem eine stärkere Erstattungsbereitschaft der US-amerikanischen Krankenversicherungen diesen Trend beschleunigen. So gibt es nun einen dauerhaften Abrechnungscode der US-amerikanischen Krankenversicherungsbehörde CMS für Epioxa, der ab Juli 2026 gilt. Das dürfte die Marktdurchdringung weiter befeuern

Im Wettbewerb trifft Glaukos vor allem auf Alcon, den weltgrößten Augenheilkundekonzern mit einem breiten Produktportfolio im Glaukombereich, sowie auf Johnson und Johnson Vision. Glaukos positioniert sich dabei als Spezialist mit fokussierter Innovationsstrategie.

Die jüngsten Quartalszahlen wurden am 29. April 2026 veröffentlicht und elektrisierten die Märkte, denn sie übertrafen die Erwartungen deutlich. Der Umsatz stieg um 41 % auf 151 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal und übertraf die Analystenerwartung von 137 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Verlust je Aktie betrug 18 Cent. Das war deutlich besser als der erwartete Verlust von 30 Cent und verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresverlust von 22 Cent. Die Jahresumsatzprognose wurde nach dem starken Quartal auf 620 bis 635 Millionen US-Dollar angehoben, gegenüber zuvor 600 bis 620 Millionen US-Dollar. Dank der Quartalszahlen schoss die Aktie im Hoch um 25 % nach oben und brach auf ein neues 52 Wochenhoch aus. Das war sehr bullisch.

Das Chartbild sieht sehr konstruktiv aus. Nach fünf Plustagen in Folge benötigt die Aktie nun eine Konsolidierung, die idealerweise am 52 Wochenhoch bei ca. 146 US-Dollar stattfinden wird. Dem Ausbruch aus der Konsolidierung kann gefolgt werden.

Glaukos Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

STAAR Surgical Company – Spezialist für implantierbare Sehhilfe mit neuem 1,5 Jahreshoch dank Verdopplung des Umsatzes


Die STAAR Surgical Company (STAA) wurde 1982 in Delaware gegründet und hat in vier Jahrzehnten eine einzigartige Nische in der Augenheilkunde aufgebaut. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien konzentriert sich vollständig auf implantierbare Linsen zur Sehkorrektur.

Das Kernprodukt ist die EVO ICL („Implantable Collamer Lens“ bzw. implantierbare Kollagenlinse). Hierbei handelt es sich um eine biegsame Speziallinse, die hinter der Iris eingesetzt wird und anders als Laserverfahren das natürliche Augengewebe vollständig erhält. Die Linsen behandeln Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung. Das jüngste Produkt EVO Viva richtet sich speziell an Patienten mit altersbedingtem Nah­sehverlust. Einnahmen erzielt das Unternehmen über den Verkauf dieser Linsen an Augenkliniken in über 80 Ländern.

Prognosen zufolge könnte bis 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung von Kurzsichtigkeit betroffen sein. Diese weltweite Kurzsichtigkeitsepidemie treibt die strukturelle Nachfrage nach hochwertigen Sehkorrekturverfahren langfristig an. Medienberichten zufolge wird verstärkt darüber diskutiert, dass Patienten zunehmend reversible Linsenverfahren gegenüber permanenten Laseroperationen bevorzugen. Dies wäre ein signifikanter Katalysator für STAAR Surgical.

Im Wettbewerb stehen Alcon und Johnson & Johnson Vision, die beide breit aufgestellte Augengesundheitsportfolios betreiben, jedoch keine vergleichbaren Linsenprodukte anbieten. STAARs proprietäres Kollagenmaterial gilt als technologischer Wettbewerbsvorteil, der nur schwer zu replizieren ist. In diesem Kontext war es bemerkenswert, dass im Januar 2026 die Übernahme durch Alcon zu 28 US-Dollar je Aktie von den Aktionären abgelehnt wurde. Folglich setzt STAAR Surgical unter neuer Interims-Führung seinen eigenständigen Weg fort.

Die jüngsten Quartalszahlen wurden am 13. Mai 2026 vorgelegt und führten zu einem Gap Up von über 20 %. Der Umsatz stieg auf 93,5 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 120 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,10 US-Dollar, verglichen mit einem Verlust von 1,10 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie deutlich. China war der wesentliche Wachstumstreiber mit 47 Millionen US-Dollar Umsatz.

Charttechnisch macht die Aktie einen bullischen Eindruck. Nach dem Gap Up, das zum Ausbruch auf ein neues 1,5 Jahreshoch führte, ist es nun wichtig, dass die Aktie die sog. Pivotal Price Line bei 31,41 US-Dollar halten kann. Ein sofortiges Trading-Setup sehe ich nicht. Ich lege mir die Aktie auf die Watchliste.

STAAR Surgical Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox


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