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Aktien Frankfurt: Verluste - Dax bleibt am Gängelband der Ölpreise


FRANKFURT (dpa-AFX) - Wieder steigende Ölpreise haben am Mittwoch die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt getrübt. Der Leitindex Dax verlor bis zum frühen Nachmittag 0,6 Prozent auf 25.414 Punkte.

Die Lage auf dem Rohölmarkt bleibt angespannt. So geriet in der Straße von Hormus erneut ein Frachtschiff unter Beschuss. Der Iran blockiert im Konflikt mit den USA mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge weitestgehend.

Tags zuvor bereits hatte sich die Dax-Erholung exakt an seiner 50-Tage-Durchschnittslinie festgelaufen, die den mittelfristigen Trend beschreibt. Letztlich hatte das Börsenbarometer kaum verändert geschlossen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab zur Wochenmitte um 0,8 Prozent auf 31.284 Punkte nach.

"Am deutschen Aktienmarkt bleibt die Richtungssuche das dominierende Thema", schrieb Chefmarktanalyst Timo Emden vom Handelshaus CapTrader und fuhr fort: "Bullen und Bären geben sich weiterhin die Klinke in die Hand und sorgen für ein ausgeprägtes Patt."

Die Kauflaune wird Emden zufolge weiterhin durch den sorgenvollen Blick auf die Entwicklung der Energiepreise gedämpft. "Der Dax hängt weiterhin am Tropf des Ölpreises", so der Experte. Solange der Energiemarkt den Takt vorgebe, bleibe dem Börsenbarometer wenig Spielraum für einen eigenen Rhythmus. Vor dem mit Spannung erwarteten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping dürften Anleger ohnehin nichts mehr anbrennen lassen und ihr Pulver trocken halten.

Mikko Huotari, Direktor des China-Instituts Merics, dämpfte bereits die Erwartungen an den Gipfel. "Xi braucht in Washington keinen Durchbruch. Er braucht mehr Zeit - und dasselbe gilt für Washington", sagte Huotari. Im Mittelpunkt dürfte deshalb stehen, eine neue Eskalation zu vermeiden. Besonders dringend ist das beim Handel.

Die USA und China liefern sich aktuell beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) einen Wettlauf um die leistungsfähigsten Modelle, Computerchips und Rechenzentren. Washington versucht zu verhindern, dass China Zugang zu den modernsten KI-Chips und der Technik zu ihrer Herstellung erhält.

Unter den Einzelwerten hierzulande spielte die Musik vor allem im Nebenwerteindex SDax . So trieb ein anstehender Großauftrag die Aktien des Laserspezialisten LPKF um zwölf Prozent in die Höhe. Ein führender asiatischer Hersteller für Advanced Semiconductor Packaging hatte eine Absichtserklärung zum Kauf der Nexar Lide-Glasbearbeitungssysteme abgegeben. Mit dem Auftrag profitiert LPKF auch vom KI-Boom.

Die Anteilsscheine des IT-Sicherheitsunternehmens Secunet sprangen um fast 16 Prozent nach oben. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Bundesregierung die Kommunikationsnetze der Bundeswehr mit neuer Verschlüsselungstechnik für bis zu 1,7 Milliarden Euro modernisieren will. Der Haushaltsausschuss des Bundestages dürfte grünes Licht für einen Rahmenvertrag mit Secunet geben.

Als Schlusslicht im SDax sackten die Aktien von KWS Saat um fast zehn Prozent ab. Umsatz und operatives Ergebnis blieben im Geschäftsjahr 2025/26 hinter den Analystenschätzungen zurück. Auch der Ausblick des Saatgutherstellers dürfte Anlegern kaum für eine bessere Stimmung reichen, vor allem nach dem zuletzt guten Lauf der Anteilsscheine, erklärte ein Händler.

Im MDax stand Siltronic im Blick. Wacker Chemie hatte seinen Anteil an dem Hersteller von Halbleiter-Wafern weiter reduziert. Die Papiere von Siltronic fielen am MDax-Ende um fast fünf Prozent. Demgegenüber stiegen die Anteilsscheine von Wacker Chemie um gut ein Prozent./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---