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Aktien Frankfurt: Dax etwas im Aufwind - Hoffnung auf Deeskalation in Nahost


FRANKFURT (dpa-AFX) - Frische Hoffnungen auf Fortschritte für eine Lösung des US-iranischen Krieges haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zu Gewinnen verholfen. Die Ölpreise sanken spürbar.

Am Nachmittag gewann der deutsche Leitindex Dax 0,8 Prozent auf 25.565 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,7 Prozent auf 31.095 Punkte.

Am Vormittag hieß es seitens des iranischen Außenministeriums, dass die Verhandlungen mit den USA über die Straße von Hormus weitergingen. In dem festgefahrenen Konflikt versuche aktuell der Golfstaat Katar eine Lösung zu finden. Die Ölpreise reagierten prompt und gaben spürbar nach. In der Folge atmeten Anleger auf und griffen wieder deutlicher bei Aktien zu. Die Anleger setzten nicht zuletzt auch mit deutschen Standardwerten auf eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen positiven Folgen für Inflation und Weltkonjunktur, kommentierte etwa Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets die Gewinne.

Unter den Einzelwerten ging es nach einer kleinen Schwäche der Technologiebranche am Vortag wieder kräftig nach oben. Angesichts eines anstehenden KI-Gipfeltreffens im Weißen Haus dürften entsprechende Fantasien dabei eine Rolle spielen. Anthropic stand zudem wegen seines Börsengangs, der zuletzt in der Schwebe war, im Blick. Berichten zufolge strebt das KI-Unternehmen eine Bewertung von über zwei Billionen US-Dollar an. Damit würde es den bisherigen Rekordhalter SpaceX von seinem Platz verdrängen.

Im Dax setzten sich Infineon an die Spitze mit plus 5,7 Prozent. Im MDax waren ebenfalls Tech-Werte die Favoriten: So legten etwa Wacker Chemie , Elmos , Aixtron , Suss Microtec und Siltronic zwischen 3,9 und 8,7 Prozent zu.

Evonik zeigten sich derweil mit 0,2 Prozent nur leicht im Plus. Der Spezialchemiekonzern lehnte laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") eine Übernahmeofferte von BASF ab. BASF habe 22,15 Euro je Evonik-Papier geboten, schrieb die "FT" am Montagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Evonik hatte am Freitag bestätigt, dass BASF unverbindlich an das Unternehmen herangetreten sei. Zuvor hatte die "FT" darüber berichtet. Seither hat die Evonik-Aktie um etwas mehr als 10 Prozent zugelegt.

Unter den schwächsten Dax-Aktien gaben FMC um 2,2 Prozent nach. Die Privatbank Berenberg kappte das Kursziel der Aktie des Dialysespezialisten von 60 auf 42 Euro und strich ihre Kaufempfehlung.

Unter den insgesamt schwachen Rüstungsaktien stachen erneut die Papiere von Renk hervor, die sich inzwischen auf einem Tiefstand seit Frühjahr 2025 tummeln. Nachdem sie am Vortag wegen einer kritischen Analyse der US-Bank JPMorgan zu den anstehenden Quartalszahlen 2,4 Prozent eingebüßt hatten, verloren sie nun weitere 3,9 Prozent. Am Montag hatte JPMorgan-Analyst David Perry sein Kursziel für die Aktie des Spezialgetriebe-Herstellers um fast 20 Prozent gesenkt und rechnet mit einer gewissen Ergebnisenttäuschung im dritten Quartal. Renk will am 5. November seinen Quartalsbericht vorlegen./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---