Aktien Frankfurt: Dax behauptet Gewinne nach US-Arbeitsmarktdaten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger verdrängen am Freitag die zuletzt aufgekommen Zins- und Inflationssorgen. Daran änderten auch die Arbeitsmarktdaten aus den
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger verdrängen am Freitag die zuletzt aufgekommen Zins- und Inflationssorgen. Daran änderten auch die Arbeitsmarktdaten aus den
Vor rund einem Jahr habe ich Viavi Solutions im Tenbagger-Magazin bei 17 USD vorgestellt. Trotz des zuletzt starken Rücklaufs schlägt immer noch ein Plus von etwa 150 % zu Buche. Ende April 2026 erreichte die Aktie bei 60 USD den höchsten Stand seit 2001, danach korrigierte sie bis auf 33 USD Mitte September. Zwei Meldungen der vergangenen Tage geben nun neuen Schub. Das Unternehmen baut Test- und Messtechnik für Telekomnetze, Rechenzentren sowie Luft- und Raumfahrt. Netzbetreiber, Hyperscaler und Gerätehersteller prüfen damit, ob Glasfaserstrecken, Switches und Sicherheitssysteme unter Last funktionieren. Am 24. September meldete die Rüstungssparte die Zertifizierung nach CMMC Level 2. Der Standard des US-Verteidigungsministeriums regelt die Cybersicherheit von Zulieferern, die mit sensiblen Regierungsdaten arbeiten. Ohne dieses Siegel bleiben Pentagon-Aufträge verschlossen. Zertifiziert sind Funktest, Avionik sowie Systeme für Positionsbestimmung, Navigation und Zeitgebung. Die 2025 übernommene Inertial Labs soll folgen. Am 29. September stellte Viavi den CyberFlood CF50 vor. Das kompakte Gerät erzeugt verschlüsselten Datenverkehr bis 100 Gigabit pro Sekunde. So prüft es Netzwerke, Sicherheitsarchitekturen und KI-Inferenz, also den Betrieb trainierter KI-Modelle, vor dem Live-Start. Laut Viavi verarbeitet es TLS-Verbindungen 1,75-mal schneller als das nächste Konkurrenzprodukt und unterstützt bereits quantensichere Verschlüsselung. Das operative Fundament stimmt. Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 52,5 % auf 443,1 Mio. USD, die bereinigte operative Marge erreichte 24 %. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Management 450 bis 460 Mio. USD. Die Marke von 500 Mio. USD Quartalsumsatz peilt Viavi bereits im Kalenderjahr 2027 an. Wie es scheint, ist die Korrektur nun zu Ende. Ich denke, hier kann man nun darauf setzen, dass Rüstung und KI-Rechenzentren die Basis für den nächsten Anlauf auf das Hoch bei 60 USD legen. (VIAV)
Viatris ist ein Pharmaunternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 21 Mrd. USD. Das Unternehmen entstand vor sechs Jahren aus der Fusion zwischen Upjohn (ehemals Pfizer) und Mylan. Es hat sich auf Generika spezialisiert, baut aber auch neue Einnahmequellen unter anderem mit Biosimilars auf. Im 1. Halbjahr erhielt Viatris 70 Neuzulassungen, das Jahresziel liegt bei über 100. Zusätzliches Potenzial steckt in der Pipeline. Cenerimod durchläuft Phase-3-Studien gegen systemischen Lupus, eine Autoimmunerkrankung. Beim Kandidaten Selatogrel schließt Viatris die Patientenrekrutierung für die Phase 3 noch in diesem Jahr ab. Bei positiven Ergebnissen würde dies die Aktie wohl weiter befeuern. In China hat Viatris umgesteuert. Nach Reformen mit staatlichen Sammelausschreibungen im Krankenhausgeschäft setzt der Konzern dort auf Apotheken und Onlinehandel und erwartet weiteres Wachstum. Parallel baut Viatris Schulden ab. Die Nettoverschuldung sank von 13,1 Mrd. USD Ende 2025 auf 12,5 Mrd. USD, das entspricht dem 2,9-Fachen des EBITDA. Im 1. Halbjahr flossen 550 Mio. USD über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre zurück. Weitere 730 Mio. USD für Rückkäufe sind genehmigt. Die Aktie ist mit einem KGV von 7 und einem KUV von 1,4 günstig bewertet, wobei ich mir vorstellen kann, dass erfolgreiche Markteinführungen hier eine Neubewertung auslösen könnten.
Bei Moog handelt es sich um einen Zulieferer, der sich auf die Entwicklung und Herstellung von Präzisionssteuerungen, Bewegungssteuerungssystemen und elektronischen Lösungen spezialisiert hat. Moog bedient eine breite Palette von Industrien, darunter die Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Medizintechnik. Etwas 50 % der Umsätze stammen aus den Bereichen Raumfahrt- und Verteidigung. Zuletzt ist die Aktie nach dem guten Lauf, ohne unternehmensspezifische Neuigkeiten unter Druck geraten. Jetzt formt sich eine Base, wobei nun charttechnisch ein Kauf ins Auge gefasst werden kann. Bislang hat der US-Kongress den Verteidigungshaushalt für 2027 noch nicht verabschiedet, während eine Übergangsfinanzierung bis zum 11. Dezember die Mittel auf dem Niveau von 2026 einfriert und damit Wachstumsfelder wie Abfangraketen ausbremst. Dennoch: Operativ zeigt Moog keine Schwäche. Im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Erlöse um 15 % auf 1,12 Mrd. USD, das bereinigte EPS legte um 57 % auf 3,72 USD zu. Alle vier Geschäftsbereiche wuchsen zweistellig, der Auftragsbestand kletterte auf den Rekordwert von 3,3 Mrd. USD. Parallel baut Moog Kapazitäten aus. Am 24. September ging in Niagara Falls ein neuer Reinraum für die Montage und Prüfung von Raumfahrt-Triebwerken in Betrieb, der die Kapazität um mehr als 80 % erhöht. Die Anlage ist auf Mehrschichtbetrieb ausgelegt und verkürzt die Lieferzeiten für militärische und kommerzielle Satellitenprogramme. Zudem erhielt Moog von der US Navy einen Auftrag über 16,5 Mio. USD zur Überholung von Stellantrieben für das Kipprotor-Flugzeug V-22. Mit dem Ausbruch über den Widerstand bei 390 USD kann man nun darauf setzen, dass die Aktie bis Ende Oktober zunehmendes Aufwärtsmomentum entwickelt. (MOG)