Aktien Europa: Zurückhaltung prägt Geschehen
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - An den europäischen Aktienmärkten prägt am Dienstag Zurückhaltung das Geschehen. Nach den Verlusten am Vortag ging es leicht
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - An den europäischen Aktienmärkten prägt am Dienstag Zurückhaltung das Geschehen. Nach den Verlusten am Vortag ging es leicht
Knowles war früher als Smartphone-Zulieferer bekannt, hat sich aber in den letzten Jahren zu einem Hightech-Spezialisten für Medizintechnik, Verteidigung und Industrieelektronik gemausert. Die Fertigung findet fast ausschließlich in den USA statt. Am 23. April hat das Unternehmen starke Q1-Zahlen gemeldet, wobei der Umsatz im Jahresvergleich um fast 16 % auf 153,1 Mio. USD stieg, während das EPS um satte 50 % auf 0,27 USD sprang. Knowles profitiert stark von anhaltenden Trends in gut florierenden Nischenmärkten wie der Hörgesundheit oder der industriellen Elektrifizierung. Mit den Q1-Ergebnissen ging es kurzzeitig stark bergab und einige Trader wurden aus der Aktie gespült. Während der Tages erholte sich die Aktie jedoch vollständig und bildet jetzt eine schöne Flagge am Mehrjahreshoch aus. Mit dem Überschreiten der Marke von 31 USD kann hier auf die Trendfolge gesetzt werden. (KN)
Die Hycroft Mining Holding Corp. (HYMC) fokussiert sich auf die Erschließung der Hycroft-Mine in Nevada, einer der weltweit größten Gold- und Silberlagerstätten. Mit über 16 Mio. Unzen Gold und über 560 Mio. Unzen Silber bietet der Konzern Lösungen für die langfristige Rohstoffversorgung. Durch die Konzentration auf hochgradige Zonen und eine schuldenfreie Bilanz mit hohen Barreserven positioniert sich das Unternehmen als stabiler Akteur. Aus Sicht des Managements ermöglicht die Kapitalstärke eine konsequente Wachstumsstrategie, während die technische Optimierung der Förderprozesse die Grundlage für eine effiziente Großproduktion bildet. Aktuelle Meldungen vom April belegen operative Fortschritte. Die Beauftragung von RESPEC zur Prüfung des Untertagebaus und die abgeschlossene Planung der Tailings-Infrastruktur durch WSP Global sind zentrale Meilensteine. Hycroft Mining erwartet nun im 2. Quartal den finalen Bericht von Ausenco zur wirtschaftlichen Rentabilität. Die Aufnahme in den VanEck GDXJ ETF unterstreicht zudem die wachsende Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren. Diese Entwicklungen dokumentieren den Übergang von der Exploration hin zu einem technisch fundierten Bergbauprojekt mit internationaler Relevanz. Das Vertrauen in diesen Weg belegen massive Insiderkäufe im April 2026. Eric Sprott ist seit mehreren Monaten auf der Käuferseite aktiv. Im April hat er für weitere 11,5 Mio. USD Aktien gekauft. Hierdurch ist sein Aktienbestand mittlerweile auf 37.403.704 Aktien angestiegen, die einen aktuellen Gegenwert von rund 1,4 Mrd. USD haben. Solche Volumina eines Großaktionärs gelten im Markt als starkes Zeichen für eine interne Unterbewertung und signalisieren ein erhebliches Vertrauen in das zukünftige Kurspotenzial der Hycroft-Lagerstätte.
Sanmina liefert zum Jahresauftakt ein beeindruckendes Zahlenwerk ab und positioniert sich zunehmend als Profiteur des globalen KI-Infrastrukturbooms. Der Elektronikfertiger steigert den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um massive 102 % auf 4,01 Mrd. USD und übertrifft damit die Erwartungen der Wall Street deutlich. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie überzeugt das Unternehmen mit 3,16 USD klar über den Analystenschätzungen von 2,40 USD. Haupttreiber der Dynamik ist laut Unternehmenschef Jure Sola die stark steigende Nachfrage nach Hochleistungsrechnern und KI-Systemen für Rechenzentren. Besonders wichtig: Die Integration des übernommenen Spezialisten ZT Systems scheint schneller und erfolgreicher zu verlaufen als von vielen Marktbeobachtern erwartet. Dadurch gewinnt Sanmina erheblich an Reichweite bei Hyperscalern und großen Cloud-Anbietern, die derzeit Milliarden in KI-Infrastruktur investieren. Für Anleger signalisiert das: Sanmina entwickelt sich zunehmend von einem klassischen Auftragsfertiger zu einem strategischen Zulieferer im KI-Ökosystem. Positiv werten Investoren zudem den optimistischen Ausblick des Managements. Für das Gesamtjahr stellt Sanmina einen Umsatz von rund 14 Mrd. USD sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 11,05 USD in Aussicht – beides liegt über den bisherigen Analystenerwartungen. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Das Management verweist weiterhin auf Engpässe bei Speicherbausteinen und kundenspezifischen KI-Chips, die das Wachstum temporär bremsen könnten. Finanzchef Jonathan Faust erklärte jedoch, dass die Lieferprobleme bereits in die Prognosen eingearbeitet seien. Zudem investiert Sanmina massiv in zusätzliche Kapazitäten für Flüssigkeitskühlung, Stromversorgung und Testsysteme für KI-Server der nächsten Generation. Ein weiteres Signal an den Kapitalmarkt liefert die Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms um 600 Mio. USD. Damit unterstreicht das Unternehmen seine solide Bilanz und hohe Liquidität. Dennoch bleibt die Bewertung nach der starken Kursrally anspruchsvoll: Die Aktie hat allein im laufenden Quartal fast 50 % zugelegt, weshalb kurzfristige Gewinnmitnahmen nicht überraschen würden.