Was fällt auf? Eine Branche, die weiterhin nach oben will, ist die Ölbranche. Gestern hatte ich auf EOG Resources aufmerksam gemacht. Eine Stufe weiter in der Wertschöpfungskette befindet sich Marathon Petroleum. Das Unternehmen betreibt 13 Raffinerien in den USA und verarbeitet Rohöl zu Benzin, Diesel und Kerosin.
Während Förderer wie EOG am Ölpreis verdienen, lebt Marathon von der Spanne zwischen Rohöl und Fertigprodukten. Und diese Spanne ist 2026 regelrecht explodiert. Laut Internationaler Energieagentur fehlten im 3. Quartal weltweit 1,7 Mio. Barrel Diesel pro Tag gegenüber dem Vorjahr, im September kostete Diesel zeitweise mehr als 200 USD je Barrel. Die Ausfälle aus Russland und dem Nahen Osten lassen sich nicht schnell ersetzen, neue Raffineriekapazität ist auf zwei Jahre nicht in Sicht.
Marathons Anlagen stehen sicher auf US-Boden, nutzen günstiges heimisches Erdgas und produzieren rund 5 % billiger als internationale Wettbewerber. Im 2. Quartal sprang der Gewinn je Aktie auf 17,73 USD nach 3,96 USD im Vorjahr. Für das 3. Quartal, (Zahlen kommen am 3. November), erwarten Analysten 25,35 USD je Aktie.
Ein weiterer Treiber bei der Aktie ist die Beteiligung an MPLX. Der Pipelinebetreiber transportiert und verarbeitet rund 10 % des US-Erdgases und will seine Ausschüttung 2026 und 2027 um jeweils 12,5 % steigern. LNG-Exporte und der wachsende Strombedarf sorgen für Volumen. Daneben kauft das Unternehmen massiv eigene Aktienr zurück. Allein im 2. Quartal flossen 2,5 Mrd. USD in eigene Papiere. Raymond James hob am 19. Oktober das Kursziel von 445 auf 560 USD an und bestätigte das Votum Outperform.
Nach einer kurzen Konsolidierung könnte die Aktie zeitnah bereit sein, weiter durchzustarten. Der EMA 30 hat zuletzt immer wieder als Unterstützung gedient. Diesen sollte man also im Blick behalten. (MPC)