Aktien Wien Schluss: Leichte Kursverluste zum Wochenstart
WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt hat am Montag mit leichten Kursverlusten geschlossen. Im Späthandel wurden die Abschläge noch ein wenig
WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt hat am Montag mit leichten Kursverlusten geschlossen. Im Späthandel wurden die Abschläge noch ein wenig
Bei den Aktien am 52-Wochenhoch sticht das Momentum von LPKF Laser heraus. Das Unternehmen liefert Präzisionswerkzeuge für die Elektronikfertigung, die Strukturierung von Solarzellen und das Laserschweißen von Kunststoffen. Während das Kerngeschäft 2025 mit einem Umsatz von 115,3 Mio. Euro (-6,2%) und einer bereinigten EBIT-Marge von 0,0% operativ stagnierte, verschiebt sich der Investment-Fokus in Richtung Halbleiter-Backend. Die LIDE-Technologie: Enabler für den KI-Boom? Im Zentrum der neuen Wachstumsstory steht die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching). Diese ermöglicht die rissfreie Bearbeitung von Glassubstraten, die in der Chip-Industrie zunehmend organische Materialien ersetzen. Da die Miniaturisierung nach Moore’s Law an physikalische Grenzen stößt, gewinnen „Advanced Packaging“ und Chiplet-Architekturen an Bedeutung. Hier positioniert sich LPKF als strategischer Partner. Glas bietet überlegene elektrische und thermische Eigenschaften, die für Hochleistungschips in KI-Rechenzentren essenziell sind. Besonderes Potenzial bietet das Feld der Co-Packaged Optics (CPO), das als entscheidender Hebel gilt, um den sogenannten „I/O-Flaschenhals“ in KI-Clustern zu überwinden. Vereinfacht gesagt: Während moderne KI-Chips extrem schnell arbeiten, ist der Datentransport zu ihnen oft zu langsam – vergleichbar mit einem Formel-1-Motor, der durch eine zu dünne Kraftstoffleitung ausgebremst wird. Dieser Stau beim Datenaustausch („Input/Output“) verhindert, dass KI-Systeme ihre volle Leistung entfalten. Hier setzt CPO an. Optische Verbindungen werden direkt in das Chipgehäuse integriert, um die herkömmlichen, langsamen und hitzeanfälligen elektrischen Leitungen durch Lichtleiter zu ersetzen. Glas ist hierfür das Material der Wahl, da es als verlustarmer Wellenleiter fungieren kann. LPKF besetzt hier eine Schlüsselrolle. Mit LIDE lassen sich nicht nur präzise Durchkontaktierungen realisieren, sondern auch komplexe Kavitäten für photonische integrierte Schaltkreise. Durch die Erweiterung des Portfolios um das „Singulation“ (Trennen) und das laserbasierte Bonden von Multilayer-Glas-Stacks dringt LPKF tief in die Wertschöpfungskette vor – ein strategischer Schritt, um den gesamten Fertigungsprozess des photonischen Packagings zu dominieren. Der „North Star“ Plan soll die Margenschwäche beseitigen! Um die chronische Ertragsschwäche zu überwinden, hat das Management das Transformationsprogramm „North Star“ gestartet. Trotz eines berichteten EBIT-Verlusts von 13,5 Mio. Euro im Jahr 2025 (belastet durch Abschreibungen und Restrukturierung) bleibt das mittelfristige Ziel ambitioniert. CEO Dr. Klaus Fiedler betont: „Die Zeichen für einen Durchbruch für Glas im Advanced Packaging werden immer deutlicher – die Frage ist nicht mehr, ob dieser Wandel stattfindet, sondern nur noch wann.“ Bis zum Jahr 2028 strebt LPKF eine zweistellige EBIT-Marge an. Die Finanzierung ist durch einen neuen Konsortialkredit bis 2028 gesichert. Sollte der Markthochlauf bei den Glas-Substraten wie erwartet erfolgen, könnte die aktuelle Phase der Restrukturierung rückblickend als das Fundament für eine Skalierung gewertet werden. Bisher ist LPKF Laser nur eine Wette, die durch konkrete Aufträge und ein wieder wachsendes Business untermauert werden muss. Eine erste Position kann dennoch stehen, da die Aktie nun entdeckt wird.
Nike Inc. (NKE) ist der weltweit führende Anbieter von Sportschuhen, Bekleidung und Ausrüstung. Der Konzern unterstützt Athleten durch kontinuierliche Innovationen in Kernsegmenten wie Running, Basketball und Fußball. Neben der Ausrüstung prägen starke Lifestyle-Marken wie Jordan und Converse den Alltag der Kunden. Durch die Verknüpfung digitaler Fitness-Apps mit direkten Vertriebswegen über eigene Stores und E-Commerce bietet Nike ein Ökosystem, das Kunden beim Kauf und bei ihrem sportlichen Werdegang motiviert und begleitet. Aktuell fokussiert sich das Management auf die Erholung des Portfolios und langfristiges Markenwachstum. Nach der Bekanntgabe stabiler Quartalsumsätze von 11,3 Mrd. USD Ende März 2026, bei denen Zuwächse im nordamerikanischen Großhandel Rückgänge im direkten Endkundengeschäft abfederten, setzt Nike verstärkt auf frische Innovationen. Pressemitteilungen aus dem April 2026 unterstreichen diese Dynamik: Mit neuen MLB City Connect Uniforms, der Sabrina 4 Signature Collection im Basketball und Neuauflagen von Fußballschuhen im Air Max 90 Style will der Konzern die globale Nachfrage gezielt ankurbeln. Das Vertrauen in diese Strategie zeigt sich deutlich im Verhalten der Führungsriege. Anfang April 2026 nutzten zwei Direktoren die Marktlage, um ihre Positionen signifikant auszubauen. Am 7. April erwarb Robert Holmes Swan 11.781 Aktien zu 42,44 USD, und am 9. April kaufte John W. Rogers Jr. weitere 4.000 Anteile zu 43,34 USD. Insgesamt investierten beide Insider innerhalb von zwei Tagen 673.362 USD in 15.781 Nike-Aktien. Für Anleger ist dieses finanzielle Engagement ein klares, positives Signal für das Vertrauen des Managements in künftige Erfolge und eine mögliche Unterbewertung der Aktie. Allerdings befindet sich die Aktie noch in einem Abwärtstrend.
Die Aktie von SanDisk erhält einen neuen Kurstreiber: Der Flash-Speicherspezialist wird ab dem 20. April in den renommierten Nasdaq-100-Index aufgenommen. Die Börse reagiert prompt – das Papier legt zu, gestützt durch die Aussicht auf zusätzliche Nachfrage von Indexfonds und ETFs, die den Index nachbilden. Gleichzeitig muss der Softwareanbieter Atlassian seinen Platz räumen, nachdem dessen Aktie im laufenden Jahr um rund 65 % eingebrochen ist. Die Umschichtung unterstreicht die aktuelle Marktrotation: Kapital fließt zunehmend aus klassischen Softwarewerten ab und in Unternehmen, die direkt vom KI-Infrastrukturboom profitieren. SanDisk selbst erlebt derzeit eine beispiellose Rally: Die Aktie steigt seit Jahresbeginn um rund 260 % und hat sich auf Jahressicht sogar um mehr als 2.400 % verteuert. Haupttreiber ist die explodierende Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Rechenzentren. Analysten zeigen sich entsprechend optimistisch: Jefferies hebt das Kursziel auf 1.000 USD an und verweist auf eine „unaufhaltsame KI-Nachfrage“ sowie steigende NAND-Preise. Bernstein geht noch weiter und sieht mit einem Ziel von 1.250 USD zusätzliches Potenzial von rund 47 %. Parallel arbeitet das Unternehmen an neuen Technologien wie High Bandwidth Flash (HBF), die speziell für datenintensive KI-Anwendungen entwickelt werden und sowohl Kapazität als auch Geschwindigkeit deutlich erhöhen sollen. Für Anleger entsteht damit ein klassisches Momentum-Szenario – allerdings mit entsprechend hohem Bewertungsniveau und steigender Volatilität.