ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger bleiben in der Defensive
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt lassen nach dem verhaltenen Wochenauftakt auch am Dienstag Vorsicht walten. Mangelnde Fortschritte in
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt lassen nach dem verhaltenen Wochenauftakt auch am Dienstag Vorsicht walten. Mangelnde Fortschritte in
Sanmina liefert zum Jahresauftakt ein beeindruckendes Zahlenwerk ab und positioniert sich zunehmend als Profiteur des globalen KI-Infrastrukturbooms. Der Elektronikfertiger steigert den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um massive 102 % auf 4,01 Mrd. USD und übertrifft damit die Erwartungen der Wall Street deutlich. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie überzeugt das Unternehmen mit 3,16 USD klar über den Analystenschätzungen von 2,40 USD. Haupttreiber der Dynamik ist laut Unternehmenschef Jure Sola die stark steigende Nachfrage nach Hochleistungsrechnern und KI-Systemen für Rechenzentren. Besonders wichtig: Die Integration des übernommenen Spezialisten ZT Systems scheint schneller und erfolgreicher zu verlaufen als von vielen Marktbeobachtern erwartet. Dadurch gewinnt Sanmina erheblich an Reichweite bei Hyperscalern und großen Cloud-Anbietern, die derzeit Milliarden in KI-Infrastruktur investieren. Für Anleger signalisiert das: Sanmina entwickelt sich zunehmend von einem klassischen Auftragsfertiger zu einem strategischen Zulieferer im KI-Ökosystem. Positiv werten Investoren zudem den optimistischen Ausblick des Managements. Für das Gesamtjahr stellt Sanmina einen Umsatz von rund 14 Mrd. USD sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 11,05 USD in Aussicht – beides liegt über den bisherigen Analystenerwartungen. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Das Management verweist weiterhin auf Engpässe bei Speicherbausteinen und kundenspezifischen KI-Chips, die das Wachstum temporär bremsen könnten. Finanzchef Jonathan Faust erklärte jedoch, dass die Lieferprobleme bereits in die Prognosen eingearbeitet seien. Zudem investiert Sanmina massiv in zusätzliche Kapazitäten für Flüssigkeitskühlung, Stromversorgung und Testsysteme für KI-Server der nächsten Generation. Ein weiteres Signal an den Kapitalmarkt liefert die Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms um 600 Mio. USD. Damit unterstreicht das Unternehmen seine solide Bilanz und hohe Liquidität. Dennoch bleibt die Bewertung nach der starken Kursrally anspruchsvoll: Die Aktie hat allein im laufenden Quartal fast 50 % zugelegt, weshalb kurzfristige Gewinnmitnahmen nicht überraschen würden.
Die langjährige Partnerschaft zwischen OpenAI und Microsoft wird grundlegend neu ausgerichtet. Wie aus Berichten hervorgeht, haben sich beide Seiten auf ein überarbeitetes Abkommen verständigt, das OpenAI deutlich mehr strategische Flexibilität einräumt. Künftig darf das Unternehmen seine KI-Produkte auch über konkurrierende Cloud-Plattformen vertreiben – ein zentraler Wunsch, der bislang durch Exklusivklauseln eingeschränkt war. Gleichzeitig wird die Umsatzbeteiligung, die OpenAI an Microsoft abführen muss, bis 2030 gedeckelt. Besonders brisant: Eine frühere Vertragsklausel rund um den Zugang zu besonders fortgeschrittener KI („Artificial General Intelligence“) wird gestrichen. Microsoft sichert sich im Gegenzug weiterhin Zugriff auf Modelle und Technologien – allerdings ohne exklusive Rechte. Die Neuausrichtung reflektiert den zunehmenden Wettbewerb im KI-Sektor und die veränderten Machtverhältnisse zwischen den Partnern. Während Microsoft weiterhin stark in die Infrastruktur, etwa Cloud- und Rechenkapazitäten, investiert, arbeitet der Konzern zunehmend an eigenen KI-Modellen und integriert parallel Lösungen anderer Anbieter. OpenAI wiederum verfolgt offenbar eine breitere Kommerzialisierungsstrategie und strebt laut Bericht perspektivisch einen Börsengang an. Für Investoren ist die Entwicklung ein klares Signal: Die Phase exklusiver Partnerschaften weicht einem offeneren, aber auch kompetitiveren Ökosystem, in dem Flexibilität und Multi-Partner-Strategien entscheidend werden.
Kaiser Aluminum ist jetzt aufgrund starker Quartalszahlen und des Charts interessant. Das Unternehmen ist ein US-Hersteller von halbfertigen Aluminium-Spezialprodukten. Dieser Fokus erlaubt es dem Unternehmen, höhere Margen durchzusetzen und sich gegen billigere Konkurrenz aus dem Ausland abzusichern. Die am 23. April vorgelegten Quartalszahlen haben die Prognosen im 1. Quartal regelrecht pulverisiert. Der Gewinn pro Aktie lag bei starken 3,74 USD und damit fast doppelt so hoch wie die erwarteten 1,95 USD. Auch der Gesamtumsatz stieg um 42 % auf 1,1 Mrd. USD und ließ die Schätzungen deutlich hinter sich. Aufgrund des starken Jahresauftakts hat das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 direkt angehoben. Die Aktie hat eine riesige Base über 5 Jahre ausgebildet. Mit dem Ausbruch bei 150 USD könnte jetzt die zuletzt gestartete Rallyebewegung dynamisch Richtung 250 USD weitergehen. (KALU)