ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow stabil - Rekordrally an Nasdaq
NEW YORK (dpa-AFX) - Ungeachtet wieder zunehmender Spannungen im Nahost-Konflikt haben die US-Aktienmärkte am Freitag angeführt von starken Technologiewerten mehrheitlich zugelegt.
NEW YORK (dpa-AFX) - Ungeachtet wieder zunehmender Spannungen im Nahost-Konflikt haben die US-Aktienmärkte am Freitag angeführt von starken Technologiewerten mehrheitlich zugelegt.
Affirm Holdings überzeugt im dritten Geschäftsquartal 2026 operativ mit kräftigem Wachstum, einer deutlichen Gewinnsteigerung und einer erneut angehobenen Jahresprognose. Das Zahlungs- und „Buy Now, Pay Later“-Unternehmen steigert das abgewickelte Handelsvolumen (GMV) um 35 % auf 11,6 Mrd. USD und verzeichnet damit bereits das zehnte Quartal in Folge mit mehr als 30 % Wachstum. Auch der Umsatz legt um 33 % auf 1,04 Mrd. USD zu und übertrifft die Erwartungen der Wall Street klar. Besonders stark entwickelt sich das Kreditkartengeschäft des Konzerns: Das Volumen der Affirm Card explodiert um 146 % auf 2,1 Mrd. USD, während sich die Zahl aktiver Kartenkunden auf 4,4 Mio. mehr als verdoppelt. Vorstandschef Max Levchin spricht von einer anhaltend hohen Kundendynamik und hebt die Jahresprognose erneut an. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nun Umsätze von bis zu 4,21 Mrd. USD sowie ein Handelsvolumen von bis zu 49,57 Mrd. USD. Trotz der starken Zahlen reagiert die Aktie nur verhalten. Anleger bleiben gegenüber dem gesamten Fintech- und „Buy Now, Pay Later“-Sektor zunehmend skeptisch. Hintergrund sind steigende Sorgen über Zahlungsausfälle bei Konsumentenkrediten. Laut einer aktuellen LendingTree-Studie geben inzwischen 47 % der Nutzer von BNPL-Angeboten an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine verspätete Zahlung geleistet zu haben – deutlich mehr als noch in den Vorjahren. Zwar betont Affirm, dass die eigenen Kreditkennzahlen stabil geblieben seien und sich die Ausfallraten bei 30-, 60- und 90-Tage-Verzügen kaum verändert hätten. Dennoch bleibt das Marktumfeld angespannt. Anleger fürchten, dass sich eine schwächere Konsumlage oder steigende Kreditausfälle künftig negativ auf die Profitabilität der Branche auswirken könnten. Hinzu kommt, dass viele Fintech-Aktien trotz guter Quartalszahlen derzeit unter Gewinnmitnahmen leiden.
Kennametal ist ein Entwickler von industriellen Hochleistungsmaterialien und extrem verschleißfesten Komponenten. Es hat sich insbesondere auf Lösungen aus Hartmetall und Wolframkarbid spezialisiert. Am 6. Mai hat das Unternehmen starke Quartalszahlen vorgelegt, wobei die Schätzungen auf ganzer Linie übertroffen wurden. Zudem wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2026 enorm nach oben angepasst. So erwartet man statt 2,05 bis 2,45 USD jetzt ein EPS von 3,75 bis 4 USD. Als weltweit führender Hersteller von Spezialwerkzeugen und Materialien aus Wolframcarbid profitiert Kennametal derzeit enorm von dem beispiellosen Preisanstieg bei Wolfram aufgrund weltweiter Angebotsengpässe. Ein weiterer Treiber sind die stark steigenden Rüstungsbudgets, die dem Unternehmen direkt in die Karten spielen. Die Aktie ist mehrere Monate seitwärts gelaufen und brach mit den Q3-Zahlen auf ein neues Mehrjahreshoch aus. Hier kann auf die Trendfolge Richtung 50 USD spekuliert werden. (KMT)
Über die Life Time Group habe ich seit dem IPO Ende 2021 immer wieder im Tenbagger-Forum geschrieben. Das Unternehmen betreibt Premium-Fitness Clubs in Nordamerika. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fitnessketten sind die Life Time Clubs eher wie Resorts konzipiert, die neben Fitness auch eigene Beachclubs, Pickleball-Plätze sowie Wohn- und Arbeitsräume bieten. Im letzten Jahr befand sich die Aktie in einer zähen Seitwärtsphase. Diese könnten aber jetzt verlassen werden. So lieferte das Unternehmen am 5. Mai starke Q1-Zahlen. Mit einem EPS von 0,42 USD lag man satte 27 % über den Prognosen (0,33 USD). Gleichzeitig kletterte das bereinigte EBITDA überproportional zum Umsatz (+11,7 %) um starke 18,3 % auf 226,7 Mio. USD. Das zeigt einen exzellenten Operating Leverage: Die gestiegenen Umsätze fließen zu einem deutlich größeren Teil direkt als Gewinn in die Kasse. Obwohl die absolute Mitgliederzahl nur moderat um 1,4 % gewachsen ist, kletterte der durchschnittliche Umsatz pro Mitgliederschäft (ARPM) rasant von 844 USD auf 930 USD. Die Beitragseinnahmen wachsen zweistellig (ca. +11 %). Life Time demonstriert hier Preissetzungsmacht: Der strategische Fokus auf wohlhabendere Zielgruppen und Up-Selling (z.B. durch Dynamic Personal Training) funktioniert tadellos. Das Management hat nicht nur den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben, sondern auch einen weiteren Kurskatalysator angekündigt: Life Time weitet seine lukrativen Sale-and-Leaseback-Transaktionen von geplanten 300 Mio. USD auf 400 Mio. USD aus. Dieses frische Kapital wird nicht nur ins Wachstum gesteckt, sondern stützt direkt den Aktienkurs – und zwar durch ein 500 Mio. USD schweres Aktienrückkaufprogramm. Die Aktie dürfte nun den Widerstand bei 30 USD überwinden. Hier kann man darauf setzen, dass zügig das Allzeithoch bei 35 USD in Angriff genommen wird. (LTH)