WOCHENAUSBLICK: 26.000 Punkte auf der Kippe - Nvidia und Jackson Hole im Fokus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt bleibt in der neuen Woche wohl auf Konsolidierungskurs. "Es knirscht im Gebälk der Weltfinanzmärkte", schrieb
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt bleibt in der neuen Woche wohl auf Konsolidierungskurs. "Es knirscht im Gebälk der Weltfinanzmärkte", schrieb
Eine Aktie aus dem Energie-Bereich, dir mir sehr gut gefällt, aber wenig bekannt ist, ist Excelerate Energy. Das Unternehmen positioniert sich aktuell neu und wandelt sich vom reinen Betreiber schwimmender LNG-Terminals (FSRU) hin zu einem integrierten Infrastrukturunternehmen für Flüssigerdgas und Strom. Kern der Strategie ist die Wiederverwertung der eigenen Flotte. Statt Schiffe an feste Standorte zu binden, verlegt Excelerate sie dorthin, wo sich die besten vertraglichen Konditionen bieten. Ein Beispiel liefert die "Excelerate Acadia": Ursprünglich für das Terminal-Projekt im Irak vorgesehen, verzögerte sich dessen Start durch einen regionalen Konflikt auf das 2. Quartal 2027. Statt das Schiff stillzulegen, schloss Excelerate im Juli eine neunmonatige Vereinbarung mit Jordaniens staatlichem Stromversorger und setzte die Acadia im Hafen von Aqaba ein. Ähnlich verläuft der Fall der "Express": Das Schiff wechselt ab dem 1. Quartal 2027 in einen neuen, siebenjährigen Vertrag für ein LNG-Importterminal in Kolumbien, mit besseren wirtschaftlichen Konditionen als zuvor. Operativ zeigt sich das Unternehmen robust: Der Umsatz sank im 2. Quartal 2026 zwar um 24 % gegenüber dem Vorquartal, die bereinigte Bruttomarge legte im selben Zeitraum aber von 137 Mio. USD auf 138 Mio. USD zu. Grund ist das Geschäftsmodell mit langfristig fixierten Terminalgebühren, die von schwankenden LNG-Frachtpreisen weitgehend unabhängig sind. Bei der Bewertung ist mir eine Diskrepanz aufgefallen: Das EV/EBITDA-Verhältnis liegt mit 8,25 nur moderat über dem Sektormedian von 7,5. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis von 2,83 liegt dagegen rund 55 % unter dem Sektormedian von 6,3. Der Markt bewertet die Infrastruktur-Assets demnach höher als die Cashflow-Generierung des Eigenkapitals. Hierdurch könnten sich Chancen ergeben und die Aktie könnte man aufgreifen, wenn sie aus der Base bei 40 USD nach oben ausbricht. Das nächste Ziel ist dann das Allzeithoch bei 44 USD. (EE)
Wer sich für Gold- und Silberproduzenten interessiert, sollte sich die Aktie von Hecla Mining ansehen. Das Unternehmen ist breit diversifiziert und der größte Silberminenproduzent der USA. Es produziert des Weiteren Gold, Blei und Zink. Gleich mehrere Pflichtmeldungen großer institutioneller Investoren rücken Hecla Mining aktuell in den Fokus. State Street erhöhte seine Position um 14,8 % auf 34,5 Mio. Aktien im Wert von 417,3 Mio. USD, Tidal Investments stockte um 14,7 % auf 20,1 Mio. Aktien im Wert von 120,5 Mio. USD auf. GSA Capital Partners und Electrum Group bauten neue Positionen auf, Auxano Advisors kaufte Aktien im Wert von rund 988.000 USD. Insgesamt erhöhten im vergangenen Quartal rund 300 institutionelle Investoren ihre Bestände. Grundlage für das gestiegene Interesse sind die Zahlen zum 2. Quartal 2026. Der Umsatz stieg auf 333,9 Mio. USD nach 219,0 Mio. USD im Vorjahresquartal, ein Plus von 52 %. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 117,7 Mio. USD nach 57,6 Mio. USD. Hinzu kommt ein günstiges Umfeld für Silber. Die US-Notenbank hält den Leitzins seit Monaten stabil, gleichzeitig sinken die Renditen am US-Anleihemarkt mit zunehmenden Zinssenkungserwartungen. Das senkt die Opportunitätskosten für zinslose Anlagen wie Silber und stützt zusammen mit einem schwächeren Dollar den Metallpreis. Die Rede des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium Ende August gilt als möglicher Wendepunkt für die Zinserwartung. CEO Rob Krcmarov beschrieb die Bilanz als die stärkste in der Firmengeschichte und kündigte an, die finanzielle Stärke gezielt für Aktionäre und den langfristigen Unternehmenswert einzusetzen. Die Aktie ist nun dabei über einen wichtigen Widerstand bei 21 USD nach oben auszubrechen. Hier könnte man folgen. (HL)
Liquidity Services betreibt eine E-Commerce-Plattform zur Verwaltung, Bewertung und zum Verkauf von Inventar und Produkten für Unternehmen und Behörden. Das Transaktionsvolumen liegt bei über 15 Mrd. USD. Aktuell betreut das Unternehmen über 15.000 Verkäufer und stellt diesen attraktive B2B-E-Commerce-Lösungen zur Verfügung. Das Unternehmen treibt seine RISE-Strategie voran und nähert sich dem selbst gesteckten Ziel von 2 Mrd. USD jährlichem Handelsvolumen in einem nach Unternehmensangaben 100 Mrd. USD großen Markt für die Kreislaufwirtschaft. Die am Anfang August vorgelegten Quartalszahlen waren stark: Der Umsatz wuchs YoY um 8 % auf 129,6 Mio. USD. Das gesamte Handelsvolumen legte um 10 % auf 453 Mio. USD zu. Der Gewinn je Aktie stieg um 39 % auf 0,32 USD. Dabei verzeichnete das GovDeals-Segment, über das Behörden überschüssige Vermögenswerte versteigern, verzeichnete mit 274 Mio. USD ein Rekord-Handelsvolumen. Für August kündigte das Management eine Immobilienauktion mit einem Volumen von über 30 Mio. USD in Miami an. Für das 4. Quartal erwartet das Management ein Handelsvolumen zwischen 415 Mio. USD und 455 Mio. USD sowie dem höchsten bereinigten EBITDA seit 13 Jahren. Die Aktie konsolidiert seit den letzten Quartalszahlen in einer enger werdenden Range. Wenn der Widerstand bei 44 USD nach oben durchbrochen wird, könnte auf die Trendfolge Richtung 50 USD gesetzt werden. (LQDT)