Aktien Europa Schluss: Erholung - EuroStoxx bricht auf Monatssicht ein
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die wichtigsten europäischen Börsen haben sich am Dienstag etwas weiter von ihren Verlusten im Zuge des Iran-Kriegs erholt.
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die wichtigsten europäischen Börsen haben sich am Dienstag etwas weiter von ihren Verlusten im Zuge des Iran-Kriegs erholt.
Die Energiemärkte senden ein klares Warnsignal an Anleger: Trotz Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Konflikts bleiben die Risiken für Ölpreise und damit auch für die Aktienmärkte erheblich. In den USA klettern die Benzinpreise erstmals seit August 2022 wieder über die Marke von 4 USD pro Gallone, während sich die Rohölpreise mit rund 107 USD je Barrel (Brent) und etwa 102 USD (WTI) auf hohem Niveau stabilisieren. Auffällig ist, dass die Märkte kaum auf Deeskalationssignale reagieren – ein Hinweis darauf, dass strukturelle Angebotsrisiken weiterhin dominieren. Im Fokus steht dabei die Straße von Hormus, durch die vor dem Konflikt rund 20 % der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wurden. Selbst wenn ein militärisches Ende des Konflikts erreicht wird, könnte eine anhaltende oder teilweise Blockade dieser zentralen Handelsroute die Preise dauerhaft hochhalten. Für Investoren bedeutet das ein potenziell belastendes Szenario: Hohe Energiepreise wirken wie eine versteckte Steuer auf die globale Wirtschaft, drücken auf Konsum und Unternehmensmargen und könnten die Inflation erneut anheizen. Besonders kritisch ist die Lage in Asien, wo viele Volkswirtschaften stark von Energieimporten abhängig sind und bereits mit Gegenmaßnahmen wie Energieeinsparungen reagieren. Die vergleichsweise geringe Reaktion der Ölpreise auf politische Entspannungssignale deutet darauf hin, dass der Markt kurzfristig eher von Angebotsengpässen als von geopolitischer Hoffnung getrieben wird. Sollte die Straße von Hormus nicht vollständig geöffnet werden, könnten Ölpreise dauerhaft im dreistelligen Bereich verharren – ein Umfeld, das Aktienmärkte historisch eher belastet als unterstützt. Damit bleibt der Ölmarkt ein zentraler Risikofaktor für die weitere Börsenentwicklung. Während Energieunternehmen kurzfristig profitieren könnten, geraten insbesondere konjunktursensitive Sektoren unter Druck. Für Anleger ist die Situation ein Balanceakt: Einerseits bieten Rohstoffwerte Chancen, andererseits steigt die Wahrscheinlichkeit makroökonomischer Gegenwinde. Entscheidend wird sein, ob und wie schnell die globalen Lieferketten im Energiesektor wieder vollständig stabilisiert werden können.
Spire ist eines der größten börsennotierten Erdgasunternehmen der USA. Es versorgt jeden Tag 1,7 Mio. Haushalte und Firmen mit Energie und erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 2,48 Mrd. USD. Letztlich handelt es sich bei dem Unternehmen um ein sehr defensives Investment, das für seine soliden Dividenden und die beständigen Cashflows bekannt ist. In dem aktuellen kriegerischen Umfeld, könnte aber eine Aktie wie Spione durchaus das Richtige Wahl sein, wenn man unbedingt handeln will. Denn viele Großinvestoren schlichten ihr Kapital aktuell vermehrt in defensive Aktien um. Dabei betreibt Spire, neben seinem regulierten Gasgeschäft, das an feste Tarife gebunden ist, auch nicht-regulierte Geschäftsbereiche, darunter das Gasspeicher-Geschäft. Wenn ein Krieg wie aktuell im Iran die Gaspreise steigen lässt, dann kann Spire seine Gasspeicher enorm gewinnbringend nutzen und günstig eingespeichertes Gas zu Höchstpreisen verkaufen, wodurch die Margen im Gashandel deutlich anziehen dürften. Die Aktie bildet eine flache Base am Allzeithoch aus. Mit dem Ausbruch über den Widerstand bei 92 USD kann man hier darauf setzen, dass die Aktie in den kommenden Wochen Richtung 100 USD zieht. (SR)
United Therapeutics (UTHR) hat sich mit dem Kernprodukt Tyvaso (Treprostinil) auf die Behandlung seltener Lungenerkrankungen spezialisiert. Zulassungen gibt es bereits für Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) und pulmonaler Hypertonie in Verbindung mit interstitieller Lungenerkrankung (PH-ILD). Die am 30. März veröffentlichten Phase-3-Studienergebnisse (TETON-1) zur Zulassungserweiterung für idiopathische Lungenfibrose (IPF) konnten die Ergebnisse der internationalen TETON-2-Studie erneut deutlich übertreffen. Mit einer bis zum Sommerende geplanten FDA-Zulassungsentscheidung könnten weitere 100.000 Patienten in den USA erreicht werden. Die Jefferies-Analysten bestätigen das Kursziel von 668 USD (Buy) und auch RBC Capital rechnet mit einer beschleunigten Zulassung und sieht einen hohen Maßstab für Wettbewerber. Demnach könnte allein IPF bis 2035 konservativ betrachtet einen zusätzlichen Umsatz von 3,3 Mrd. USD herbeiführen. Oppenheimer sprach bereits von einem potenziellen zusätzlichen IPF-Umsatz von 5,4 Mrd. USD bis 2033. Wachstumsfantasie liefert auch der orale Wirkstoff Ralinepag zur einmal täglichen Einnahme bei PAH-Patienten nach der positiven Phase-3-ADVANCE OUTCOMES-Studie und einem geplanten FDA-Zulassungsantrag in der 2. Jahreshälfte 2026. Hinzukommt auch TreSMI mit einer geplanten Markteinführung für 2027 als neuartige Formulierung mit Soft-Mist-Inhalatoren, die den Reizhusten der bisherigen Trockenpulverinhalatoren um 90 % reduziert. Ausgehend vom Umsatzmeilenstein mit 3 Mrd. USD soll bis Ende 2027 eine jährliche Umsatzrate von 4 Mrd. USD erreicht werden. Verkündet wurde zudem am 9. März ein neues 2 Mrd. USD schweres Aktienrückkaufprogramm über das nächste Jahr. Die Aktie überzeugt beim Wachstums-Check mit 14 von 15 möglichen Punkten und erreicht beim Qualitäts-Check die Höchstpunktzahl.