ROUNDUP/Aktien New York: Gewinne - S&P 500 und Nasdaq 100 mit Rekorden
NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Gewinnen und Höchstständen der Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 sind die US-Aktienmärkte am
NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Gewinnen und Höchstständen der Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 sind die US-Aktienmärkte am
Je komplexer der Welthandel wird, desto besser verdient Expeditors International of Washington. Der Logistiker besitzt weder Flugzeuge noch Schiffe, kauft Frachtraum flexibel ein und steuert für seine Kunden die gesamte Kette von der Abholung bis zur Verzollung. Im 2. Quartal 2026 stieg der Umsatz um 32 % auf 3,5 Mrd. USD, das operative Ergebnis um 41 % auf 350 Mio. USD. Treiber war die Luftfracht mit 14 % mehr Tonnage und 57 % mehr Umsatz: KI-Hyperscaler, also die großen Rechenzentrumsbetreiber, fliegen ihre Server ein, während der Nahost-Konflikt Kapazitäten verknappt und die Raten treibt. Die Sparte Zollabwicklung und Zusatzdienste wuchs um 27 % auf 1,3 Mrd. USD. Neue Zölle, das Ende der US-Zollfreigrenze für Kleinsendungen und Sonderanmeldungen rund um die IEEPA-Zölle erhöhen Zahl und Preis der Zollanmeldungen. Wie Komplexität zu Neugeschäft wird, zeigt der September: Der US-Bahnzulieferer L.B. Foster ernannte Expeditors zum strategischen Distributionspartner für das europäische Festland, inklusive eines neuen Verteilzentrums in Deutschland. Das Ziel sind kürzere Lieferwege und weniger Zollaufwand im Handel zwischen Großbritannien und der EU. Die nächsten Impulse liefern die Zahlen zum 3. Quartal am 3. November 2026 und der Investor Day am 18. November 2026. Die Aktie bricht nun bei 193 USD aus einer Darvas-Box auf ein Allzeithoch aus. Diesem Ausbruch könnte man nun folgen. (EXPD)
Avnet gehört zu den größten Distributoren für elektronische Bauteile weltweit. Das US-Unternehmen kauft Halbleiter, Steckverbinder und passive Komponenten bei den Herstellern ein und liefert sie an Industriekunden und Auftragsfertiger. Als Distributor profitiert Avnet überproportional vom Aufschwung im Halbleiterzyklus. Die Kostenbasis ist weitgehend fix, deshalb wirkt jeder zusätzliche Umsatz mit Hebel auf das Ergebnis. In allen Regionen übersteigen die Auftragseingänge die Auslieferungen. Der Auftragsbestand reicht laut Management weit ins Geschäftsjahr 2027 hinein, wobei CEO Phil Gallagher zuletzt sagte, dass man mit großem Momentum in das Geschäftsjahr 2027 gehe. Bei der KI wirkt ein doppelter Hebel. Direkt gehen inzwischen 10 bis 15 % des Geschäfts an Rechenzentren, zuvor waren es 5 bis 7 %. Größer ist der indirekte Effekt: Der Ausbau der KI-Infrastruktur treibt bei Industriekunden die Nachfrage nach Stromversorgung, Kühlung und Konnektivität. Hinzu kommt Edge-KI, also KI direkt im Gerät, etwa in Robotern, Drohnen und autonomen Systemen. Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 48 % auf den Rekordwert von 8,3 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 182 % auf 2,28 USD. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Avnet einen Umsatz von 9,0 bis 9,3 Mrd. USD und einen Gewinn je Aktie von 2,80 bis 2,90 USD an, wobei die Zahlen Anfang November erwartet werden. Die Avnet-Aktie brach am 2. Oktober auf ein neues Allzeithoch aus und könnte nun zügig ihren Aufwärtstrend Richtung 125 USD fortsetzen. (AVT)
Vor rund einem Jahr habe ich Viavi Solutions im Tenbagger-Magazin bei 17 USD vorgestellt. Trotz des zuletzt starken Rücklaufs schlägt immer noch ein Plus von etwa 150 % zu Buche. Ende April 2026 erreichte die Aktie bei 60 USD den höchsten Stand seit 2001, danach korrigierte sie bis auf 33 USD Mitte September. Zwei Meldungen der vergangenen Tage geben nun neuen Schub. Das Unternehmen baut Test- und Messtechnik für Telekomnetze, Rechenzentren sowie Luft- und Raumfahrt. Netzbetreiber, Hyperscaler und Gerätehersteller prüfen damit, ob Glasfaserstrecken, Switches und Sicherheitssysteme unter Last funktionieren. Am 24. September meldete die Rüstungssparte die Zertifizierung nach CMMC Level 2. Der Standard des US-Verteidigungsministeriums regelt die Cybersicherheit von Zulieferern, die mit sensiblen Regierungsdaten arbeiten. Ohne dieses Siegel bleiben Pentagon-Aufträge verschlossen. Zertifiziert sind Funktest, Avionik sowie Systeme für Positionsbestimmung, Navigation und Zeitgebung. Die 2025 übernommene Inertial Labs soll folgen. Am 29. September stellte Viavi den CyberFlood CF50 vor. Das kompakte Gerät erzeugt verschlüsselten Datenverkehr bis 100 Gigabit pro Sekunde. So prüft es Netzwerke, Sicherheitsarchitekturen und KI-Inferenz, also den Betrieb trainierter KI-Modelle, vor dem Live-Start. Laut Viavi verarbeitet es TLS-Verbindungen 1,75-mal schneller als das nächste Konkurrenzprodukt und unterstützt bereits quantensichere Verschlüsselung. Das operative Fundament stimmt. Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 52,5 % auf 443,1 Mio. USD, die bereinigte operative Marge erreichte 24 %. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Management 450 bis 460 Mio. USD. Die Marke von 500 Mio. USD Quartalsumsatz peilt Viavi bereits im Kalenderjahr 2027 an. Wie es scheint, ist die Korrektur nun zu Ende. Ich denke, hier kann man nun darauf setzen, dass Rüstung und KI-Rechenzentren die Basis für den nächsten Anlauf auf das Hoch bei 60 USD legen. (VIAV)