Aktien Frankfurt: Jüngste Erholung wackelt - 25.000 Punkte wieder in Gefahr
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Börsentagen mit Gewinnen ist der Dax zur Wochenmitte unter Druck geraten. Am Nachmittag sank der
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Börsentagen mit Gewinnen ist der Dax zur Wochenmitte unter Druck geraten. Am Nachmittag sank der
Diodes entwickelt und fertigt kleine Analog- und Diskrethalbleiter, die in hohen Stückzahlen verbaut werden: Bausteine für Stromversorgung, Taktgebung und Datenverbindungen. Jährlich liefert das Unternehmen rund 45 Mrd. Chips an etwa 50.000 Kunden aus Autoindustrie, Industrie und Rechenzentren. Operativ läuft es. Im 2. Quartal 2026 stieg der Umsatz um 22 % auf 445,5 Mio. USD, das sechste Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Die Bruttomarge kletterte von 31,5 % auf 33,1 %. Für das 3. Quartal stellt das Management rund 510 Mio. USD Umsatz in Aussicht, ein Plus von 30 % zum Vorjahr, bei einer Bruttomarge von 35 %. Treiber Nummer eins ist das Autogeschäft. Es wuchs im 2. Quartal um 37 % und kommt inzwischen auf 21 % der Produktumsätze. Der Diodes-Anteil pro Fahrzeug stieg binnen zwei Jahren um 50 % auf 239 USD, getrieben von Vernetzung, Fahrassistenz und Elektromobilität. Zweiter Treiber sind KI-Rechenzentren: Sie stehen für 12 % des Umsatzes, und mit jedem leistungsstärkeren Server-Rack steigt der Wert der verbauten Diodes-Chips. BofA hält eine Verdreifachung dieses Geschäfts bis 2030 für erreichbar. Am 6. Oktober nahm die Bank of America die Aktie mit Kaufempfehlung und Kursziel 135 USD in die Bewertung auf. Das entspricht rund 30 % Potenzial. Die Analysten rechnen von 2026 bis 2028 mit einem jährlichen Gewinnwachstum je Aktie von 58 %, deutlich mehr als die 35 % für die Analog-Konkurrenz. Das Kursziel basiert auf dem 17-Fachen des für 2028 erwarteten Gewinns. Die Sorge, Diodes nähere sich dem Zyklushoch, teilt das Analystenhaus nicht: Das Unternehmen wuchs in jedem Aufschwung seit 2001 schneller als der Markt und hält bei einem adressierbaren Markt von 134 Mrd. USD weniger als 2 % Anteil. Die Aktie hat eine schöne Base ausgebildet und könnte nun zeitnah mit dem Ausbruch bei 110 SUD die Trendfolge einleiten. (DIOD)
Je komplexer der Welthandel wird, desto besser verdient Expeditors International of Washington. Der Logistiker besitzt weder Flugzeuge noch Schiffe, kauft Frachtraum flexibel ein und steuert für seine Kunden die gesamte Kette von der Abholung bis zur Verzollung. Im 2. Quartal 2026 stieg der Umsatz um 32 % auf 3,5 Mrd. USD, das operative Ergebnis um 41 % auf 350 Mio. USD. Treiber war die Luftfracht mit 14 % mehr Tonnage und 57 % mehr Umsatz: KI-Hyperscaler, also die großen Rechenzentrumsbetreiber, fliegen ihre Server ein, während der Nahost-Konflikt Kapazitäten verknappt und die Raten treibt. Die Sparte Zollabwicklung und Zusatzdienste wuchs um 27 % auf 1,3 Mrd. USD. Neue Zölle, das Ende der US-Zollfreigrenze für Kleinsendungen und Sonderanmeldungen rund um die IEEPA-Zölle erhöhen Zahl und Preis der Zollanmeldungen. Wie Komplexität zu Neugeschäft wird, zeigt der September: Der US-Bahnzulieferer L.B. Foster ernannte Expeditors zum strategischen Distributionspartner für das europäische Festland, inklusive eines neuen Verteilzentrums in Deutschland. Das Ziel sind kürzere Lieferwege und weniger Zollaufwand im Handel zwischen Großbritannien und der EU. Die nächsten Impulse liefern die Zahlen zum 3. Quartal am 3. November 2026 und der Investor Day am 18. November 2026. Die Aktie bricht nun bei 193 USD aus einer Darvas-Box auf ein Allzeithoch aus. Diesem Ausbruch könnte man nun folgen. (EXPD)
Avnet gehört zu den größten Distributoren für elektronische Bauteile weltweit. Das US-Unternehmen kauft Halbleiter, Steckverbinder und passive Komponenten bei den Herstellern ein und liefert sie an Industriekunden und Auftragsfertiger. Als Distributor profitiert Avnet überproportional vom Aufschwung im Halbleiterzyklus. Die Kostenbasis ist weitgehend fix, deshalb wirkt jeder zusätzliche Umsatz mit Hebel auf das Ergebnis. In allen Regionen übersteigen die Auftragseingänge die Auslieferungen. Der Auftragsbestand reicht laut Management weit ins Geschäftsjahr 2027 hinein, wobei CEO Phil Gallagher zuletzt sagte, dass man mit großem Momentum in das Geschäftsjahr 2027 gehe. Bei der KI wirkt ein doppelter Hebel. Direkt gehen inzwischen 10 bis 15 % des Geschäfts an Rechenzentren, zuvor waren es 5 bis 7 %. Größer ist der indirekte Effekt: Der Ausbau der KI-Infrastruktur treibt bei Industriekunden die Nachfrage nach Stromversorgung, Kühlung und Konnektivität. Hinzu kommt Edge-KI, also KI direkt im Gerät, etwa in Robotern, Drohnen und autonomen Systemen. Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 48 % auf den Rekordwert von 8,3 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 182 % auf 2,28 USD. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Avnet einen Umsatz von 9,0 bis 9,3 Mrd. USD und einen Gewinn je Aktie von 2,80 bis 2,90 USD an, wobei die Zahlen Anfang November erwartet werden. Die Avnet-Aktie brach am 2. Oktober auf ein neues Allzeithoch aus und könnte nun zügig ihren Aufwärtstrend Richtung 125 USD fortsetzen. (AVT)