ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow-Rekord - andere Indizes nur knapp darunter
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Freitag vor dem langen Wochenende weiter zugelegt. Beim Dow Jones Industrial reichte
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Freitag vor dem langen Wochenende weiter zugelegt. Beim Dow Jones Industrial reichte
Die geopolitischen Spannungen um strategisch wichtige Mineralien nehmen weiter zu. Chinas anhaltende Exportbeschränkungen für Seltene Erden, insbesondere für essenzielle militärische Anwendungen, haben die Preise außerhalb der Volksrepublik stark in die Höhe getrieben. Laut Analyst Neal Dingmann liegen die Preisaufschläge zum Teil bei rund 400 % gegenüber dem chinesischen Binnenmarkt. Zwar kam es kürzlich, nach überzogenen Markterwartungen über eine mögliche Lockerung der Kontrollen durch Peking, zu einem „ungerechtfertigten“ Abverkauf bei westlichen Rohstoffwerten. Doch Experten betonen: Selbst wenn Peking die Zügel etwas lockern sollte, beträfe dies ausschließlich zivile Nutzungen. Der Westen benötigt dringender denn je eine eigene unabhängige Lieferkette. Auf dieses Szenario habe ich bereits im letzten Jahr im Tenbagger-Magazin hingewiesen und u. a. auf Critical Metals aufmerksam gemacht. Das Unternehmen positioniert sich als zentraler Baustein einer vom Westen kontrollierten Versorgung. Mitte April hat die grönländische Regierung die Übertragung der restlichen Anteile am gigantischen Tanbreez-Projekt genehmigt. Damit kontrolliert Critical Metals nun 92,5 % einer der weltweit größten bekannten Lagerstätten für Seltene Erden. Das Vorkommen ist besonders reich an schweren, hochkritischen Elementen wie Dysprosium und Terbium, die für High-Tech-Elektronik und moderne Verteidigungstechnologie unverzichtbar sind. Chairman Tony Sage bezeichnet diesen Vorgang zu Recht als historischen "Gamechanger" für die westliche Versorgungssicherheit. Gleichzeitig wird das enorme Potenzial durch erste kommerzielle Erfolge abgesichert. Critical Metals hat am 20 Mai bekannt gegeben, einen 15-jährigen Abnahmevertrag mit REalloys unterzeichnet zu haben. Dieser sichert dem Partner eine US-ausgerichtete Lieferkette und umfasst 15 % der jährlichen Nennkapazität der Phase 1 (bis zu 15.000 Tonnen Konzentrat), samt Vorzugsrechten für die begehrten schweren Seltenen Erden. Mit eigenen Barreserven von 124 Mio. USD ist das Unternehmen zudem finanziell absolut robust aufgestellt, um die Entwicklung in Grönland zügig zur Produktionsreife zu führen. Die Aktie ist volatil. Doch jetzt könnte man darauf setzen, dass die Aktie schnell wider den Widerstand bei 15 USD anläuft. (CRML)
Rockwell Automation baut seine Position im Wachstumsmarkt für industrielle KI- und Automatisierungslösungen weiter aus. Gemeinsam mit dem Industriepartner Actemium entwickelt der Konzern eine intelligente Optimierungslösung für industrielle Kühlsysteme, die bei einem großen Hersteller von Tiefkühl-Pommes frites bereits deutliche Einsparungen erzielt. Die sogenannte „Real-Time Coefficient of Performance“-Technologie (RtCOP) steigert die Energieeffizienz laut Unternehmensangaben um 17 % und spart pro Produktionsstandort schätzungsweise rund 130.000 USD jährlich ein. Gleichzeitig soll die Lösung die Belastung zentraler Kühlaggregate reduzieren und damit die Lebensdauer der Anlagen erhöhen. Für Investoren unterstreicht das Projekt die zunehmende Bedeutung KI-gestützter Industrieanwendungen, die Unternehmen helfen, Energiekosten zu senken und Produktivitätsprobleme durch Fachkräftemangel abzufedern. Die RtCOP-Plattform funktioniert wie ein dauerhaft aktiver virtueller Anlagenoperator. Das System analysiert in Echtzeit die Leistung von Kompressoren, Verdampfern und Kondensatoren sowie Umgebungs- und Produktionsdaten, um automatisch die energieeffizienteste Konfiguration der Kühltechnik auszuwählen. Die technische Basis bildet das PlantPAx-DCS-System von Rockwell Automation, das die notwendigen Echtzeitdaten verarbeitet und autonome Optimierungsprozesse ermöglicht. Besonders relevant ist der Einsatzbereich, weil industrielle Kühlsysteme in Lebensmittelwerken teilweise bis zu 70 % des gesamten Stromverbrauchs verursachen. Bislang wurden diese Anlagen vor allem auf maximale Kühlleistung statt auf Energieeffizienz ausgelegt. Genau hier setzen moderne KI- und Automatisierungslösungen an. Branchenexperten sehen darin einen wichtigen Zukunftsmarkt, da Lebensmittelhersteller weltweit unter steigenden Energiekosten, strengeren Nachhaltigkeitszielen und wachsendem Kostendruck stehen.
Affirm Holdings überzeugt im dritten Geschäftsquartal 2026 operativ mit kräftigem Wachstum, einer deutlichen Gewinnsteigerung und einer erneut angehobenen Jahresprognose. Das Zahlungs- und „Buy Now, Pay Later“-Unternehmen steigert das abgewickelte Handelsvolumen (GMV) um 35 % auf 11,6 Mrd. USD und verzeichnet damit bereits das zehnte Quartal in Folge mit mehr als 30 % Wachstum. Auch der Umsatz legt um 33 % auf 1,04 Mrd. USD zu und übertrifft die Erwartungen der Wall Street klar. Besonders stark entwickelt sich das Kreditkartengeschäft des Konzerns: Das Volumen der Affirm Card explodiert um 146 % auf 2,1 Mrd. USD, während sich die Zahl aktiver Kartenkunden auf 4,4 Mio. mehr als verdoppelt. Vorstandschef Max Levchin spricht von einer anhaltend hohen Kundendynamik und hebt die Jahresprognose erneut an. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nun Umsätze von bis zu 4,21 Mrd. USD sowie ein Handelsvolumen von bis zu 49,57 Mrd. USD. Trotz der starken Zahlen reagiert die Aktie nur verhalten. Anleger bleiben gegenüber dem gesamten Fintech- und „Buy Now, Pay Later“-Sektor zunehmend skeptisch. Hintergrund sind steigende Sorgen über Zahlungsausfälle bei Konsumentenkrediten. Laut einer aktuellen LendingTree-Studie geben inzwischen 47 % der Nutzer von BNPL-Angeboten an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine verspätete Zahlung geleistet zu haben – deutlich mehr als noch in den Vorjahren. Zwar betont Affirm, dass die eigenen Kreditkennzahlen stabil geblieben seien und sich die Ausfallraten bei 30-, 60- und 90-Tage-Verzügen kaum verändert hätten. Dennoch bleibt das Marktumfeld angespannt. Anleger fürchten, dass sich eine schwächere Konsumlage oder steigende Kreditausfälle künftig negativ auf die Profitabilität der Branche auswirken könnten. Hinzu kommt, dass viele Fintech-Aktien trotz guter Quartalszahlen derzeit unter Gewinnmitnahmen leiden.