ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Leichte Gewinne - Eurozone-Sorgen bremsen
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben zum Wochenstart etwas zugelegt. Die Börsen der Euroregion wurden allerdings von zunehmendem Misstrauen in
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben zum Wochenstart etwas zugelegt. Die Börsen der Euroregion wurden allerdings von zunehmendem Misstrauen in
Avnet gehört zu den größten Distributoren für elektronische Bauteile weltweit. Das US-Unternehmen kauft Halbleiter, Steckverbinder und passive Komponenten bei den Herstellern ein und liefert sie an Industriekunden und Auftragsfertiger. Als Distributor profitiert Avnet überproportional vom Aufschwung im Halbleiterzyklus. Die Kostenbasis ist weitgehend fix, deshalb wirkt jeder zusätzliche Umsatz mit Hebel auf das Ergebnis. In allen Regionen übersteigen die Auftragseingänge die Auslieferungen. Der Auftragsbestand reicht laut Management weit ins Geschäftsjahr 2027 hinein, wobei CEO Phil Gallagher zuletzt sagte, dass man mit großem Momentum in das Geschäftsjahr 2027 gehe. Bei der KI wirkt ein doppelter Hebel. Direkt gehen inzwischen 10 bis 15 % des Geschäfts an Rechenzentren, zuvor waren es 5 bis 7 %. Größer ist der indirekte Effekt: Der Ausbau der KI-Infrastruktur treibt bei Industriekunden die Nachfrage nach Stromversorgung, Kühlung und Konnektivität. Hinzu kommt Edge-KI, also KI direkt im Gerät, etwa in Robotern, Drohnen und autonomen Systemen. Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 48 % auf den Rekordwert von 8,3 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 182 % auf 2,28 USD. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Avnet einen Umsatz von 9,0 bis 9,3 Mrd. USD und einen Gewinn je Aktie von 2,80 bis 2,90 USD an, wobei die Zahlen Anfang November erwartet werden. Die Avnet-Aktie brach am 2. Oktober auf ein neues Allzeithoch aus und könnte nun zügig ihren Aufwärtstrend Richtung 125 USD fortsetzen. (AVT)
Vor rund einem Jahr habe ich Viavi Solutions im Tenbagger-Magazin bei 17 USD vorgestellt. Trotz des zuletzt starken Rücklaufs schlägt immer noch ein Plus von etwa 150 % zu Buche. Ende April 2026 erreichte die Aktie bei 60 USD den höchsten Stand seit 2001, danach korrigierte sie bis auf 33 USD Mitte September. Zwei Meldungen der vergangenen Tage geben nun neuen Schub. Das Unternehmen baut Test- und Messtechnik für Telekomnetze, Rechenzentren sowie Luft- und Raumfahrt. Netzbetreiber, Hyperscaler und Gerätehersteller prüfen damit, ob Glasfaserstrecken, Switches und Sicherheitssysteme unter Last funktionieren. Am 24. September meldete die Rüstungssparte die Zertifizierung nach CMMC Level 2. Der Standard des US-Verteidigungsministeriums regelt die Cybersicherheit von Zulieferern, die mit sensiblen Regierungsdaten arbeiten. Ohne dieses Siegel bleiben Pentagon-Aufträge verschlossen. Zertifiziert sind Funktest, Avionik sowie Systeme für Positionsbestimmung, Navigation und Zeitgebung. Die 2025 übernommene Inertial Labs soll folgen. Am 29. September stellte Viavi den CyberFlood CF50 vor. Das kompakte Gerät erzeugt verschlüsselten Datenverkehr bis 100 Gigabit pro Sekunde. So prüft es Netzwerke, Sicherheitsarchitekturen und KI-Inferenz, also den Betrieb trainierter KI-Modelle, vor dem Live-Start. Laut Viavi verarbeitet es TLS-Verbindungen 1,75-mal schneller als das nächste Konkurrenzprodukt und unterstützt bereits quantensichere Verschlüsselung. Das operative Fundament stimmt. Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 52,5 % auf 443,1 Mio. USD, die bereinigte operative Marge erreichte 24 %. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Management 450 bis 460 Mio. USD. Die Marke von 500 Mio. USD Quartalsumsatz peilt Viavi bereits im Kalenderjahr 2027 an. Wie es scheint, ist die Korrektur nun zu Ende. Ich denke, hier kann man nun darauf setzen, dass Rüstung und KI-Rechenzentren die Basis für den nächsten Anlauf auf das Hoch bei 60 USD legen. (VIAV)
Viatris ist ein Pharmaunternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 21 Mrd. USD. Das Unternehmen entstand vor sechs Jahren aus der Fusion zwischen Upjohn (ehemals Pfizer) und Mylan. Es hat sich auf Generika spezialisiert, baut aber auch neue Einnahmequellen unter anderem mit Biosimilars auf. Im 1. Halbjahr erhielt Viatris 70 Neuzulassungen, das Jahresziel liegt bei über 100. Zusätzliches Potenzial steckt in der Pipeline. Cenerimod durchläuft Phase-3-Studien gegen systemischen Lupus, eine Autoimmunerkrankung. Beim Kandidaten Selatogrel schließt Viatris die Patientenrekrutierung für die Phase 3 noch in diesem Jahr ab. Bei positiven Ergebnissen würde dies die Aktie wohl weiter befeuern. In China hat Viatris umgesteuert. Nach Reformen mit staatlichen Sammelausschreibungen im Krankenhausgeschäft setzt der Konzern dort auf Apotheken und Onlinehandel und erwartet weiteres Wachstum. Parallel baut Viatris Schulden ab. Die Nettoverschuldung sank von 13,1 Mrd. USD Ende 2025 auf 12,5 Mrd. USD, das entspricht dem 2,9-Fachen des EBITDA. Im 1. Halbjahr flossen 550 Mio. USD über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre zurück. Weitere 730 Mio. USD für Rückkäufe sind genehmigt. Die Aktie ist mit einem KGV von 7 und einem KUV von 1,4 günstig bewertet, wobei ich mir vorstellen kann, dass erfolgreiche Markteinführungen hier eine Neubewertung auslösen könnten.