ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Neue Hoffnungen reduzieren Minus des EuroStoxx
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach der Kurserholung zur Wochenmitte ist der EuroStoxx 50 am Donnerstag wieder unter Druck geraten. Grund dafür
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach der Kurserholung zur Wochenmitte ist der EuroStoxx 50 am Donnerstag wieder unter Druck geraten. Grund dafür
Amazon treibt seine Ambitionen im lukrativen Markt für satellitengestütztes Internet offenbar mit Hochdruck voran und verhandelt laut einem Bericht der Financial Times über eine Übernahme von Globalstar. Aus Investorensicht erscheint eine mögliche Übernahme für Amazon finanziell gut stemmbar – bei einer Marktkapitalisierung von rund 8,8 Mrd. USD wäre der Deal überschaubar, strategisch jedoch von erheblicher Bedeutung. Denn Amazon würde damit seine Position im Wettbewerb mit Elon Musks Starlink deutlich stärken, einem der derzeit dominierenden Anbieter im Bereich satellitenbasierter Breitbanddienste. Allerdings gestaltet sich die Transaktion komplexer als ein klassischer Zukauf. Ein zentraler Faktor ist Apple, das rund 20 % an Globalstar hält und zuvor bis zu 1,5 Mrd. USD in den Ausbau der Infrastruktur investiert hat. Der iPhone-Hersteller nutzt die Satellitenkapazitäten bereits für eigene Dienste wie Notfallkommunikation und SMS-Versand außerhalb von Mobilfunknetzen. Branchenkreisen zufolge führt Amazon daher parallel Gespräche mit beiden Parteien, um Interessenkonflikte zu lösen. Für Anleger ergibt sich daraus eine interessante Gemengelage: Einerseits könnte eine Übernahme Amazons Satellitenstrategie erheblich beschleunigen, andererseits birgt die Abhängigkeit von Apples Zustimmung ein nicht zu unterschätzendes Transaktionsrisiko. Gleichzeitig unterstreicht die Entwicklung die zunehmende strategische Bedeutung von Low-Earth-Orbit-Satelliten als Alternative zu terrestrischer Internetinfrastruktur – insbesondere für abgelegene Regionen.
GlobalStar betreibt ein weltweites Satellitennetzwerk, das mobile Sprach- und Datenkommunikation auch dort ermöglicht, wo herkömmliche Mobilfunknetze keine Abdeckung bieten. Neben klassischen Sprach- und Datendiensten baut das Unternehmen zunehmend auf das Internet der Dinge (IoT). Für das 4. Quartal 2025 meldete der US-Satellitenanbieter Ende Februar einen Umsatz von 71,95 Mio. USD, was einem YoY-Wachstum von 17,6 % entspricht. Der Verlust file mit 0,11 USD deutlich größter als erwartet (-0,04 USD) aus. Am 1. April wurde bekannt, dass Amazon eine Übernahmen GlobalStar in Erwägung zieht. Die Aktie zog daraufhin deutlich an und liegt jetzt bei einer Marktkapitalisierung von 9,9 Mrd. USD. Amazon will rund 9 Mrd. USD zahlen. Der Deal würde Amazons Ambitionen im Bereich der Satelliten in de erdnahen Umlaufbahn, dem „Project Kuiper“ oder auch „Leo“ genannten Projekt, stärken und dem Unternehmen helfen, mit dem Starlink-Netzwerk von SpaceX zu konkurrieren. Was interessant ist: Apple hält einen Anteil von rund 20 % an Globalstar. Und das bedeutet, dass jeder Übernahmeversuch Verhandlungen mit Apple erfordern würde. Und genau dies könnte die Aktie nun durchaus weiter in den nächsten Tagen nach oben treiben. (GSAT)
Penguin Solutions (ehem. SMART Global Holdings) fokussiert sich im Zuge einer Transformationsstrategie voll und ganz auf die Wachstumsmärkte Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC). Unternehmen, Regierungen und Neocloud-Anbieter erhalten maßgeschneiderte "KI-Fabriken" und die dazugehörige skalierbare Recheninfrastruktur. Dabei werden die eigenen Komponenten mit Chips von Partnern wie NVIDIA, AMD oder Dell zu einem Gesamtsystem verschmolzen, das unter der Marke „OriginAI Factory“ vermarktet wird. Hier ist die Datensouveränität mit dem Aufbau von On-Premise-KI-Fabriken ein direkter Treiber. CEO Kash Shaikh verweist durch den Übergang vom KI-Modelltraining hin zur KI-Inferenz klar sichtbaren Nachfragewechsel von Rechenleistung hin zum höheren Speicherbedarf. Das entsprechende Integrated Memory-Geschäft konnte im jüngsten 2. Quartal um 63 % wachsen, das mit einer vorteilhaften Preisentwicklung bereits für die Hälfte am gesamten Umsatzmix verantwortlich ist. Insbesondere CXL-Speichermodule sowie CXL-basierte Cache-Server sind gefragt, mit denen Speicher dynamisch zwischen GPUs und CPUs aufgeteilt (Pooling) werden kann. Der Gesamtumsatz fiel um rund 6 % auf 343 Mio. USD (Konsens: 339 Mio. USD), was primär auf anhaltende Lieferengpässe und der Abkehr von Hyperscaler und dem Auslauf des Edge-Geschäfts im Segment Advanced Computing (Hochleistungsrechner & KI-Infrastruktur) zurückzuführen ist. Die Auftragseingänge und Pipeline sind jedoch stark. Etwa wuchs das wichtige Nicht-Hyperscaler-KI/HPC-Geschäft im 1. Halbjahr um 50 % und es konnten im letzten Quartal fünf neue Großkunden aus den Bereichen Finanzen, biomedizinische Forschung und Energie gewonnen werden. Nun soll sich das Umsatzwachstum im laufenden Fiskaljahr 2026 von bisher 6 % auf 12 % beschleunigen. Der Nettogewinn soll statt 1,75 bis 2,25 USD nun 2,00 bis 2,30 USD je Aktie betragen. Mit einem KGV von unter 9 startet der Trendwende-Versuch.