ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Anleger bleiben nervös wegen des Iran-Krieges
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Ende einer schwachen Woche noch etwas tiefer in die Verlustzone gerutscht. Am Freitag
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen sind am Ende einer schwachen Woche noch etwas tiefer in die Verlustzone gerutscht. Am Freitag
Die Siltronic-Aktie wird seit drei Tagen akkumuliert und startet in einem volatilen Umfeld mit Wachstumssorgend den Ausbruch. Der Grund: Investoren blicken über das schwierige Jahr 2025 hinweg und antizipieren das Ende der Lagerbereinigung im Halbleitersektor. Trotz einer gestrichenen Dividende signalisiert die Erholung im 300-mm-Segment, dass der zyklische Tiefpunkt durchschritten ist. Für 2026 gab das Management einen Ausblick, der zwar kurzfristige "Headwinds" einräumt, aber ein deutliches Volumenwachstum verspricht. Konkret rechnet Siltronic mit einem Umsatz, der im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Niveau von 2025 liegt. Die Profitabilität wird dabei von den Anlaufkosten der neuen Fabrik in Singapur beeinflusst. Die EBITDA-Marge wird zwischen 20 % und 24 % erwartet, während das EBIT aufgrund sprunghaft steigender Abschreibungen deutlich unter dem Vorjahr liegen dürfte. Spannend ist die die Situation im DRAM-Sektor. Hier zeigt sich aktuell eine starke Entkopplung. Während die DRAM-Chip-Umsätze der Kunden aufgrund explodierender Preise und Angebotsknappheit um über 100 % steigen könnten, schlägt sich dies noch nicht eins zu eins in der Wafer-Nachfrage nieder. Nur etwa 6 bis 7 % dieses Wachstums erreichen die Wafer-Industrie direkt, da Kunden zunächst ihre Bestände abbauen und die Kapazitäten begrenzt sind. Dennoch ist die Stimmung positiv, da die Wafernachfrage insgesamt laut Unternehmensdaten um rund 6 % ohne Inventareffekte steigen wird. Der absolute Wachstumsmotor ist der Server-Markt, der durch den KI-Boom getrieben wird und ein Plus von 26 % beim Waferverbrauch erwartet.
Der US-Kosmetik- und Beautyhändler Ulta Beauty meldet für das vierte Quartal 2025 solide Umsatzzahlen, kann damit jedoch die Börse nicht überzeugen. Der Konzern steigert den Quartalsumsatz um 11,8 % auf 3,90 Mrd. USD und übertrifft damit die Analystenschätzungen von 3,83 Mrd. USD leicht. Der Gewinn je Aktie liegt mit 8,01 USD nahezu im Rahmen der Erwartungen. Gleichzeitig wächst das Geschäft auf vergleichbarer Fläche um 5,8 %, nachdem im Vorjahresquartal lediglich 1,5 % erreicht wurden. Dennoch reagieren Investoren enttäuscht: Vor allem der deutliche Rückgang der operativen Marge von 14,8 % auf 12,2 % belastet die Bewertung. Unternehmenschefin Kecia Steelman erklärt laut Analystenkonferenz, dass die starke Feiertagssaison sowie eine höhere Kundenaktivität und Marktanteilsgewinne den Umsatz angetrieben hätten – insbesondere in den Segmenten Parfüm und Haarpflege. Die eigentliche Belastung für die Aktie liegt jedoch im Ausblick. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management einen Gewinn je Aktie von rund 28,05 bis 28,55 USD, was leicht unter den bisherigen Marktschätzungen liegt. Auch beim Wachstum der vergleichbaren Filialumsätze zeigt sich der Konzern vorsichtig und prognostiziert ein Plus von 2,5 % bis 3,5 %. Steelman verweist auf ein zunehmend selektives Konsumverhalten sowie geopolitische Unsicherheiten, die die Kauflaune der Verbraucher beeinflussen könnten. Gleichzeitig investiert Ulta verstärkt in Marketing, Technologie und das Einkaufserlebnis in den Filialen, was kurzfristig die Kosten erhöht. Finanzchef Chris Del Orfus betont jedoch, dass diese Investitionen langfristig zu Produktivitätsgewinnen und weiterem Marktanteilswachstum führen sollen. Für Anleger entsteht damit ein gemischtes Bild: Einerseits bleibt das Umsatzwachstum robust, andererseits könnten steigende Kosten und intensiver Wettbewerb – etwa durch große Onlinehändler – die Margenentwicklung vorerst begrenzen.
The Andersons ist eine US-Getreidehändler, der sein Geschäft in den letzten Jahren Richtung erneuerbarerer Energien diversifiziert hat. In Bioraffinerien produziert das Unternehmen Ethanol sowie wertvolle Koppelprodukte wie Maisspeiseöl und proteinreiches Tierfutter. Damit bedient The Andersons nicht nur den Kraftstoffmarkt, sondern profitiert auch direkt von der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen. Der Krieg hat große Auswirkungen auf die globalen Rohstoff-, Energie- und Agrarmärkte. The Andersons ist so positioniert, dass es von diesen speziellen Marktverwerfungen profitiert. Hier sind die Gründe: Durch die gestiegenen Ölpreise steigt automatisch die Nachfrage nach Biokraftstoffen wie Ethanol als Beimischung oder Alternative rasant an. Höhere Ölpreise machen Ethanol wettbewerbsfähiger, was die Margen in der "Renewables"-Sparte von The Andersons deutlich nach oben treiben dürfte. Der Nahe Osten ist ein wichtiger Akteur bei der Produktion und dem Export von petrochemischen Produkten, darunter Harnstoff (Urea) und andere stickstoffbasierte Düngemittel. Fällt der Nahe Osten als verlässlicher Exporteur aus, verknappt sich das weltweite Angebot an Düngemitteln drastisch. Das Segment "Plant Nutrients" (Pflanzennährstoffe) von The Andersons profitiert direkt von den dadurch steigenden Düngemittelpreisen. Geopolitische Eskalationen im Nahen Osten erhöhen die Fracht- und Versicherungskosten drastisch. In Zeiten gestörter Lieferketten wird die Ernährungssicherheit zur obersten Priorität. Händler weichen auf sichere Märkte aus. The Andersons verfügt über ein riesiges, stabiles Netzwerk an Getreidesilos, Logistikzentren und Güterwaggons im Herzen Nordamerikas. Das "Trade"-Segment (Getreidehandel) profitiert stark, da globale Käufer auf verlässliche, US-basierte Lieferketten zurückgreifen müssen, um Versorgungslücken zu schließen. Die Aktie konnte am 12. März aus einer Base ausbrechen und dürfte nun schnell das Allzeithoch bei 73 USD überschreiten. (ANDE)